Bad Wörishofen (mz) - Professorin Sumaya Farhat-Naser stattet Bad Wörishofen erneut einen Besuch ab. Die Friedensaktivistin aus Palästina liest am Freitag, 12. Oktober, aus ihrem neuen Buch "Disteln im Weinberg". Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum am Wörthbach. Farhat-Naser ist Gast des Eine-Welt-Arbeitskreises und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde. Im Anschluss an die Lesung wird die Autorin auf Wunsch ihre Bücher signieren. Sumaya Farhat-Naser ist in Bad Wörishofen keine Unbekannte. Bereits im Mai 2004 weilte sie in der Kurstadt und wurde damals auch von Bürgermeister Klaus Holetschek empfangen. Ihr beeindruckender Vortrag und ihre offene Persönlichkeit ist manchen noch in guter Erinnerung.
Sie wurde 1948 in Bir Zait bei Jerusalem geboren und ist somit genauso alt wie der Staat Israel. Die palästinensische Christin studierte an der Universität in Hamburg und promovierte in angewandter Botanik. Von 1982 bis 1997 war sie Dozentin an der palästinensischen Universität in Bir Zait.
Farhat-Naser ist Mitbegründerin und Mitglied zahlreicher Organisationen wie "Women Waging Peace Global Network" (Harvard University) oder "Global Fund for Woman" in San Francisco. Von 1997 bis 2001 war sie Leiterin des palästinensischen "Jerusalem Center for Woman", das sich gemeinsam mit der israelischen Gruppierung "Bat Shalom" für den Frieden im Nahen Osten engagiert. Obwohl sich die politische Lage in ihrer Heimat Palästina in den vergangenen Jahren nicht verbessert hat, im Gegenteil noch schlimmer und hoffnungsloser wurde, gibt sie nicht auf.
In ihrem neuen Buch "Disteln im Weinberg" berichtet sie vom Leben der Menschen in einem besetzten, von Mauern umgebenen Land. Sie schildert ihren Alltag in einem Tagebuch, das von Juni 2006 bis März 2007 geschrieben wurde. Sie erzählt vom Schicksal ihrer Familie, ihrer Verwandten und Freunde, von gefährlichen Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an den Checkpoints oder von Überfällen und Schießereien bei einem Einkaufsbummel. Die Autorin berichtet von ihrer Friedensarbeit in Schulen und Frauengruppen, wo es ihr immer wieder gelingt, besonders junge Frauen zu motivieren, um nach einer für beide Seiten annehmbaren Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes zu suchen.
Für ihr andauerndes Bemühen wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem im Jahr 2000 auch mit dem Friedenspreis der Stadt Augsburg. Für Schüler und Studenten ist der Eintritt zu der Lesung frei.
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