Mindelheim Lehrer, Kreisjugendpfleger, Sozialarbeiter und Polizisten arbeiten bei dem Projekt „Zam grauft“ eng zusammen. So können Konflikte, die sich in der Jugendarbeit ergeben, besser bewältigt werden. Nun waren Vertreter von Polizei und Jugendamt bei den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (Bfz) zu Gast.
„Ich bin regelmäßig an den Schulen vor Ort“, sagt Polizist Winfried Kohler. Insgesamt sei die Anzahl der Straftaten nicht gestiegen, erklärte er. Was sich verändert habe, sei die Qualität der Straftaten, mit welcher Brutalität die Gewalttäter vorgehen. Auch sei eine deutliche Veränderung im Anzeigenverhalten erkennbar. „Das bedeutet: Wenn früher acht Meldungen bei uns angezeigt wurden, sind es heute 32, die bei uns eingehen.“
Kohler, Kreisjugendpflegerin Lisa Huber und Sozialpädagogin Sigrid Hessheimer bearbeiteten das Thema „Gewaltprävention“ im Rahmen von praktischen Rollenspielen mit den Jugendlichen des Bfz. Die Jugendlichen, die derzeit eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme besuchen, sind ohne Ausbildungsplatz. Bei dieser Maßnahme, die von der Agentur für Arbeit finanziert wird, werden sie von Bildungsbegleiter Bernhard Mayr und zusätzlichen Sozialpädagogen unterstützt, um ihre Persönlichkeit zu stabilisieren und sich beruflich neu zu orientieren.
Bei „Zam grauft“ geht es darum, zu seiner Meinung zu stehen, Gemeinschaft und Vertrauen aufzubauen, außerdem um die Themen: Menschen ertragen, Begrifflichkeiten von Gewalt und Zivilcourage. Eine Vernetzung zwischen den Akteuren im Jugendbereich ist für das ganze Jahr geplant. Hierzu gibt es Treffen mit weiteren Schwerpunkten. Suchtprävention steht als Nächstes mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf der Agenda, heißt es vom Bfz. (mz)