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27. Februar 2009 18:10 Uhr

Experten stellen das Heizkraftwerk auf den Prüfstand

Schwabmünchen/Ettringen Die überarbeiteten Pläne der Ettringer Papierfabrik Lang zum geplanten Heizkraftwerk sind da, doch "im Prinzip hat sich nicht viel geändert" - so lautete das Fazit der Fachleute am Donnerstagabend in der Schwabmünchner Stadthalle beim "Müll-Talk 2" der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal". Sie fordern weitere Verbesserungen, vor allem bei der Rauchgasreinigung. Von Carmen Schaumann

Experten stellen das Heizkraftwerk auf den Prüfstand
Foto: ALFA

Rund 800 interessierte Bürger aus der Region hörten sich die Vorträge von Toxikologe Dr. Hermann Kruse und Umweltgutachter Peter Gebhardt an. Mit dabei waren unter anderem der stellvertretende Landrat Max Strehle und zahlreiche Bürgermeister aus der Region. Offizielle Vertreter der Papierfabrik und der Genehmigungsbehörde (Landratsamt Unterallgäu) waren nicht anwesend.

Die Ersatzbrennstoffanlage sei nun zwar kleiner geplant als ursprünglich vorgesehen, aber an der Abgasreinigung gebe es keine Verbesserung, kritisierte Gebhardt. Der Gewebefilter sei zwar gut, aber alleine nicht ausreichend, so seine Expertenmeinung. Er empfiehlt zusätzlich einen Wäscher: "So kann man die Emissionen deutlich reduzieren." Das sieht Toxikologe Kruse ähnlich: "Die Schadstoffbelastungen für die Bewohner sind immer noch zu hoch." Er stellte klar, dass die Firma Lang alle gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einhalte. "Aber diese offiziellen Werte sind mir zu hoch, vor allem die Staubkonzentration. Ich will eine gute Anlage und bin deshalb auf der kritischen Seite." Er plädierte dafür, nicht Grenzwerte einzuhalten, sondern "Vorsorgewerte" einzuführen. Schließlich sei die Anlage auf 30 Jahre geplant.

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Der Projektbeauftragte des Genehmigungsverfahrens, Martin Heinrich von der Firma Lang, sagte dazu gestern gegenüber unserer Zeitung: "Das sind persönliche Wunschwerte von Herrn Kruse, die gesetzlich aber nirgendwo verankert sind. Wir fänden es auch toll, wenn gar keine Schadstoffe aus dem Kamin kämen. Aber das ist nicht realistisch. Unsere Anlage ist jedoch so modern, dass wir die Grenzwerte bei Weitem nicht ausschöpfen."

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