Samstag, 29. November 2014

21. Oktober 2013 07:17 Uhr

Kommunalwahl

Freie Wähler präsentieren ihren Kandidaten

Der ehemalige Geschäftsleiter von Markt Wald, Stefan Kienle, bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters. Auch die CSU will den SPD-Anhänger nominieren

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Der Markt Walder Bürgermeisterkandidat Stefan Kienle
Foto: Kienle

Rund fünf Monate vor der Kommunalwahl im nächsten Jahr gehen die Freien Wähler Markt Wald mit einer Überraschung aus der Deckung: In einer internen Mitgliederversammlung präsentierten sie ihren Bürgermeisterkandidaten, den ehemaligen Markt Walder Geschäftsleiter Stefan Kienle. In der Versammlung befürworteten die Freien Wähler außerdem, dass Kienle – bisher SPD-Anhänger – auch Kandidat der CSU wird. Offiziell dazu ernannt wird der 37-jährige Mindelheimer in zwei getrennten Nominierungsversammlungen.

Sie waren Geschäftsleiter in Markt Wald und sind seither persönlicher Referent von Landrat Hans-Joachim Weirather. Was hat Sie dazu bewogen, sich nun als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung zu stellen?

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Kienle: Ich war immer gern in Markt Wald. Das Angebot zum Wechsel in das Büro des Landrats habe ich als Chance begriffen, meinen Horizont noch einmal zu erweitern. Persönlich hätte ich hier und heute auch keinen Veränderungsbedarf für mich gesehen. Aber es hat mich durchaus geehrt, dass ich von vielen Seiten – parteiübergreifend – angesprochen wurde, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte. Der Marktgemeinderat war mit meiner Arbeit dort offensichtlich sehr zufrieden, das freut mich.

Sie kandidieren als SPD-Anhänger für die Freien Wähler und die CSU. Wie passt das zusammen?

Kienle:(lacht) In Markt Wald gibt es meines Wissens gar keinen SPD-Ortsverein. Außerdem sehe ich einen Bürgermeister in einer besonders neutralen Rolle, der eine enge Einbindung in Parteistrukturen nie gut tut.

Waren Sie überrascht, als die Freien Wähler und später auch die CSU auf Sie zugekommen sind?

Kienle: Natürlich war ich überrascht und auch geehrt, dass sich am Ende alles auf meine Person verengt hat. Ich habe mich aber nie selbst ins Spiel gebracht.

Wie reagieren Sie auf den Vorwurf, Sie wollten mit einer gemeinsamen Kandidatur für Freie Wähler und CSU etwaige Gegenkandidaten verhindern?

Kienle: Der Vorwurf wäre falsch. Mir wäre es sogar lieber, wenn die Bürger eine wirkliche Auswahl hätten. Allerdings gab es meines Wissens sonst niemanden, für den sich die Ortsvereine erwärmen konnten und der gleichzeitig bereit gewesen wäre, sich auf das Amt einzulassen. Mir ist wichtig, dass ich keiner Partei näher stehe als einer anderen. Weil Vertreter der beiden großen Ortsvereine meine Kandidatur wünschten, war es für mich also nur konsequent, mich bei beiden für eine gleichberechtigte Nominierung zu bewerben. Warum sollte ich eine der Parteien mit einer Absage brüskieren und damit das spätere Klima im Marktgemeinderat belasten? Das ist nicht mein Stil.

Was reizt Sie am Amt des Bürgermeisters und warum glauben Sie, dass Sie dafür geeignet sind?

Kienle: Auch wenn die Selbstverwaltung der Gemeinden an vielen Stellen durch eine Flut an Rechtsvorschriften und auch mangelnde Finanzausstattung sehr ausgehöhlt wurde, kann ein Bürgermeister noch vieles gestalten und entscheiden. Ich denke, ich kann gut kommunizieren und integrieren, habe eine gewisse soziale Kompetenz und bringe neben meinen Fachkenntnissen aus Studium und Beruf auch viele Kontakte in Politik, Wirtschaft und Verwaltung mit. Die Probleme des Marktes sind an vielen Stellen groß und nicht einfach oder schnell zu lösen. Das Bürgermeisteramt in Markt Wald ist sicher kein Wellnessurlaub. Ich traue mir aber zu, hier einiges zu bewegen.

Woran denken Sie da konkret?

Kienle: Zum einen gibt es in der Verwaltung eine Vielzahl komplizierter Themen, die nach einer aufwendigen Bearbeitung verlangen. Zum anderen gilt es, den Spagat zwischen dringenden Baumaßnahmen und der Konsolidierung des Haushalts zu meistern. Dieser lässt leider kaum Spielräume für Wohltaten. Deshalb denke ich auch, dass es Zeit wäre, Themen anzugehen, von denen die Gemeinde ohne großen finanziellen Aufwand profitieren könnte.

Haben Sie dafür schon Ideen?

Kienle: Ich denke hier zum Beispiel an eine Flurbereinigung in Markt Wald. Außerdem könnte ich mir vorstellen, die Bürger in Markt Wald auch noch einmal darüber zu Wort kommen zu lassen, ob die Gemeinde weiterhin eigenständig sein soll oder ob für sie die Mitgliedschaft in einer Verwaltungsgemeinschaft eine Alternative sein könnte. Selbstverständlich müsste man hier im Vorfeld umfassend über die damit verbundenen Vor- und Nachteile informieren. Ich persönlich sehe in der Selbstständigkeit und in den kurzen Wegen zum Rathaus ein hohes Gut, das es zu bewahren gilt.

Interview: Sandra Baumberger

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