Mindelheim/Unterallgäu Bei vielen kinderlosen Familien besteht der Wunsch, ein Kind zu adoptieren. Doch leider liegen zwischen Wunsch und Realisation Welten, wie der Leiter des Jugendamtes Unterallgäu am Landratsamt, Otto Gaschler, zu berichten weiß. Der Grund: Es gibt einfach zu wenige Kinder, die freigegeben werden.
Und der Gesetzgeber hat einige hohe Hürden eingebaut. Wenn Eltern beziehungsweise eine Mutter ein Kind für die Adoption freigeben, dann muss dies vor dem Notar besiegelt werden.
Großes soziales Netz gerade für Familien
Vorausgegangen seien dann zahlreiche Gespräche sowie eine umfangreiche Beratung, um auch sicherzustellen, dass die Freigabe nicht nur aus wirtschaftlichen Überlegungen geschieht, schließlich gibt es heute ein großes soziales Netz gerade für Familien.
So begleitete das Jugendamt im Jahr 2008
l drei Inlandsadoptionen
l fünf Auslandsadaoptionen
l 13 Stiefelternadoptionen
Das Landratsamt ist angewiesen, zu überprüfen, ob die neuen Eltern für eine Adoption geeignet sind. So sollen die Adoptiveltern nicht zu alt sein, damit noch ein normales Eltern-Kind-Verhältnis aufgebaut werden kann.
Viele wünschen sich ein Kleinkind
Für den großen Landkreis ist die Zahl der eingetragenen Adoptionen eigentlich gering. Gaschler begründet dies damit, dass die meisten Adoptiveltern Babys oder Kleinkinder bis zu zwei Jahren wünschten. Und da gebe es relativ wenig Angebote. Der Wunsch sei auch irgendwie nachvollziehbar, man möchte die Kinder von Anfang an begleiten und auch erziehen.
Unter Stiefelternadoptionen versteht man, wenn ein Elternteil ein Kind in die Familie bringt und der andere Teil dieses Kind dann adoptiert und es dann wie ein eigenes sieht.
Auch Auslandsadoptionen gering
Wie schaut es mit Auslandsadoptionen aus? "Die Zeiten, wo ma irgendwo ein Negerbaby mitnimmt sind vorbei", sagte dazu Gaschler. Adoptionen mit Kindern aus dem Ausland laufen über soziale und über Regierungsstellen in beiden Ländern. Und die wollen zum Beispiel auch eine Begutachtung des Landratsamtes, ob die neue Familie für eine Adoption geeignet ist.
Mit zu den Aufgaben des Jugendamtes in diesem Bereich gehören auch Nachforschungen von Adoptivkindern, die ihre echten Eltern kennenlernen möchten.
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