Montag, 18. Dezember 2017

28. Juli 2016 16:30 Uhr

Festival in Bad Wörishofen

Geheimtipp Soundfeld Festival

Campen, Feiern, Musik für den guten Zweck. K!ar.texterin Tanja Selder war bei der Premiere des neuen Festivals in Bad Wörishofen dabei. Von Tanja Selder

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Ein Festival in Bad Wörishofen, wo so vieles auf älteres Publikum ausgerichtet ist? Allein deshalb wollten meine Freunde und ich schnell eine der auf 500 Teilnehmer limitierten Karten ergattern. Die Bands erschienen vielversprechend, da sie sämtliche Musikgenres zwischen Metal, Hip-Hop bis hin zu Psychedelic Western abdeckten. Bis dato war ich noch nie auf einer Yalla-Yalla-Veranstaltung, jedoch war mir der Organisator bekannt, dessen Arbeit es absolut wert ist, unterstützt zu werden. Ich freute mich, mit den Tickets gleichzeitig mehrere gute Zwecke in Lateinamerika, Afrika und hier vor Ort zu fördern.

Als wir am Freitagvormittag am Soundfeld ankamen, waren wir überrascht und ein bisschen enttäuscht, dass auf dem Campingplatz erst wenige Zelte aufgestellt waren. Gen Abend trübte sich der Himmel zunehmend und es begann zu regnen. Wir nisteten uns unter unserem Pavillon ein und hatten kaum das Verlangen, unser Refugium zwischen Fünf-Minuten-Terrinen und Decken zu verlassen. Vor allem deshalb nicht, da die Musik keine 70 Schritte entfernt war und somit hörbare Untermalung bot.

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Das Schöne war vor allem die Unterschiedlichkeit der Bands. Man konnte Gefallen an unbekannten Klängen finden und es war wirklich für jeden etwas dabei. Am Freitag läuteten „Stranger Than“ mit ihrem Elektro-Folk-Rock-Punk das Festival musikalisch unter anderem auch mit einigen Covern ein. Lauschigere Töne erzeugten die Kaufbeurer „Crackpot Larry“ mit Songs aus Funk, Blues und Soul. Darauf folgten die Kemptener Jungs von „Wecoba“, die den Hip-Hop vertraten und von „Far behind the Sun“ aus Kempten abgelöst wurden. Diese sind dem Post-Rock zuzuordnen.

Besonders zu empfehlen: Die “Young Chinese Dogs“

Erst zu den letzten Acts konnten wir uns aufraffen. Die Musik unterhielt die Besucher sichtlich. Einige sprangen und brachten ihre ganze Seele aufs Parkett, als gäbe es kein Halten. Mein persönlicher Geheimtipp am Freitag waren „Young Chinese Dogs“, die mit ihrem Folk Pop und lässigen Sprüchen herausstachen. Aber auch alle anderen Bands haben einen guten Job gemacht, besonders die, die am Anfang gespielt haben und wegen des Regens nur wenige Zuschauer visuell erreichen konnten, aber trotzdem das Feld gerockt haben. Anschließend brachten „Thunder and Blitzkrieg“ die Fans deutlich in Bewegung mit Hardrock Punk aus München. Den Abend konnte man zu fetziger „DJ Saidl“- Musik, der aus dem Lindenberger Hirsch bekannt ist, oder romantisch am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Am Morgen zog uns die Hitze schon früh aus den Zelten und Tag zwei konnte beginnen. Unsere Laune hatte sich sichtlich gehoben, da die Sonne strahlte und der Regen vergessen war. Ein Teil unserer Gruppe begoss das wonnige Campinggefühl auch gleich mit einer heißkalten Dusche, da die Temperaturregulation in dem Unisex-Wagen nicht ganz einfach war. Trotzdem: Es werden nicht auf allen Festivals Duschen kostenlos zur Verfügung gestellt. Das verdient hier einen dicken Pluspunkt! Auch die stationären Toiletten verzauberten uns, da man sonst eher mit den verhassten blauen Dixis Vorlieb nehmen muss. Zum Frühstück bedienten wir uns am angebotenen Essen, bei dem von Wucher jede Spur fehlte und die Veranstalter mit „vernünftigen Preisen“ halten konnten, was sie versprochen hatten.

Gesellschaftskritik auf Bayerisch

Am Samstag begann die Musik bereits am frühen Nachmittag mit einer Indie-Band direkt aus Bad Wörishofen mit dem Namen „Die Söhne“, die auch einige Punk-Rock-Elemente integrierte. Trashiger wurde anschließend der Metal der Buchloer von „Psycho Mania“. Die Band „Kleister“ siedelt ihre Musik selbst zwischen Jazz und Synthie-Trash an und erweiterte das Soundspektrum um eloquente Beatbox-Einschübe. Daraufhin erklangen „Rootch and the Bakedheads“ vor allem mit Percussion-Klängen. Melodisch wurde es ebenso bei der Punkrock-Band „Idle Class“, die bereits internationale Album- und Tour-Erfahrungen mitbrachte. Als nächster meldete sich „Der Weiherer“, der nicht nur als Gitarrist punktete, sondern auch gesellschaftskritische Texte auf Bayerisch sang.

Den kritisierenden Habitus teilten auch „Gar krass“, die außerdem vielerlei Genres vereinten aus Punk’n Roll, Ska aber auch Reggae. Ein weiteres Highlight bildeten die Augsburger „San Antonio Kid“, die psychedelischen Pop und Soul performten. Abschließend beendeten „Vormärz“ aus Wien mit Post-Punk-Pop die Livemusik und mündeten in elektronischen Sound von „DJ Phacid“, der als Vater der „Electric Lounge“, der „Get-Lost“-Festivalserie und kleineren musikalischen Projekten in der Umgebung betitelt wird. Mit seinen tanzbaren Beats bildete er ein gelungenes Ende des Soundfeld Festivals in Bad Wörishofen.

Bei uns stellte sich auch am zweiten Nachmittag wieder die Faulenzer-Haltung ein und wir genossen die Bands vor allem aus der Ferne. Laut Veranstalter wurden 430 Karten verkauft. Im Großen und Ganzen ist das Festival am Rande der Kurstadt außergewöhnlich. Es überzeugt durch seine bequeme Atmosphäre und hebt sich von großen, partylastigen Veranstaltungen ab. Mein Fazit: Das Soundfeld ist bislang noch ein Geheimtipp, birgt aber Potenzial!

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