Ettringen (emf) - Vom heutigen Freitag an bis zum 5. März haben die Bürger Gelegenheit, im Gemeindeamt Ettringen die geänderten Antragsunterlagen der Firma Lang Papier zur Errichtung ihres neuen Heizkraftwerks einzusehen. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 7.45 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr sowie Freitag von 7.45 bis 15 Uhr.

Wie berichtet, soll das neue Heizkraftwerk das bisherige Schwerölkraftwerk ablösen und die Energieerzeugung der Fabrik verbessern. Bereits vor einem Jahr hatte die Firma einen Antrag gestellt, ihn aber aufgrund von Bürger- und Expertenprotesten zurück gezogen und neu überarbeitet.
Die Firma habe in ihrem neuen Antrag die zahlreichen Einwände berücksichtigt und "aktuellste technische Möglichkeiten" eingearbeitet, so heißt es in einer Presseerklärung der Firma. Lang Papier dazu im Einzelnen:
"Der Verzicht auf einen Gewebefilter-Bypass bei der Reststofflinie und die Verwendung der Asche-Siloabluft als Verbrennungsluft im Reststoffkessel werden sich weiter positiv auf die Emissionen auswirken. Im Fall eines Stillstands des Kessels wird die Abluft aus dem Reststoffbunker über einen Aktivkohlefilter entlüftet. Dadurch werden die Geruchsemissionen reduziert."
Gebaut wird nicht auf dem alten Deponiegelände
Das neue Kraftwerk wird nicht, wie ursprünglich angekündigt, auf dem Areal der ehemaligen Deponie, sondern auf einer weiter östlich gelegenen Freifläche des Werksgeländes errichtet.
In ihrer Presseerklärung geht die Firma auch auf Störfälle ein: "Eventuelle Störfälle wie ein Bunkerbrand oder auch der Ausfall der Rauchgasreinigung und das entsprechende Brandschutzkonzept ... werden im Antrag nun genauer ausgeführt."
Selbstverpflichtung ist im neuen Antrag jetzt verbindlich
Die Punkte der Selbstverpflichtung sind jetzt in den neuen Antrag integriert: "So wird Lang Papier von der Rostfeuerungsanlage absehen und das Wirbelschichtverfahren zur Feuerung der Reststoffe umsetzen. Die Reststoffkesselleistung wird von 80 auf 55 Megawatt, die jährliche Maximalmenge der Ersatzbrennstoffe um 40 Prozent, die Klärschlämme um 20 Prozent reduziert.
Außerdem werden die Umweltverträglichkeit der Brennstoffe erhöht, eine kontinuierliche Messung von Schadstoffen durchgeführt und die Messergebnisse online veröffentlicht."
Standortsicherung durch weitgehende Unabhängigkeit
Lang Papier könne mit der Umsetzung dieses Heizkraftwerks die Abhängigkeit von Energiepreisen fossiler Brennstoffe verringern und somit den Standort sichern. Im Vergleich zum jetzigen Schwerölkraftwerk sei die neue Anlage deutlich umweltschonender und im Vergleich zur bisher geplanten Anlage wesentlich kleiner im Feststoffanteil.
Das neue Heizkraftwerk, betont die Firma, verfüge über eine moderne Rauchgasreinigung mit fünf Verfahrensschritten. Gemäß einem dem Antrag beigefügten Gutachten werde die Abluft so gut gefiltert, dass die Immissionswerte unterhalb der sogenannten Irrelevanzgrenze liegen.
Lang Papier sei "auf die Forderungen vom Gemeinderat, aus Bürger- und Expertenkreisen intensiv eingegangen."
Im Internet: www.energie-fuer-lang-papier.de
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