Die neue Kinderkrippe, der Hochwasserschutz und die Dorferneuerung in Mattsies kosten viel Geld Von Anja Bartsch
Tussenhausen Die Gemeinde möchte für die Zukunft gewappnet sein: Darum investiert Tussenhausen in die Kinderbetreuung. Die Generalsanierung des Kindergartens St. Martin und seine Erweiterung um eine Kinderkrippe stehen an.
Das ist eines der großen Projekte in diesem Jahr, das die Marktgemeinde beschäftigt – und ein großer Posten im Haushaltsplan 2012. Dass die Räte den Etat einstimmig bewilligten, war reine Formsache.
Der Vermögenshaushalt lässt keinen Zweifel daran, dass in Tussenhausen große Investitionen anstehen: Sein Volumen ist heuer um 840000 Euro größer als 2011 – er beträgt gut 3 Millionen Euro.
Der Brandschutz reicht nach heutigen Kriterien nicht aus
Neben Kinderbetreuung und Grundschule lassen sich die Tussenhauser auch den Hochwasserschutz und die Dorferneuerung in Mattsies etwas kosten: Bei der Umgestaltung der Dorfmitte beteiligt sich die Marktgemeinde mit 306000 Euro. Der Hochwasserschutz kostet die Gemeinde rund 553000 Euro – knapp das Doppelte schießt der Freistaat Bayern noch einmal hinzu. Die Gemeinde denkt auch über die sichere Betreuung der Grundschüler nach: Der Brandschutz in der 30 Jahre alten Schule ist nach heutigen Kriterien nicht mehr ausreichend.
Im Haushaltsentwurf 2012, den die Räte nun verabschiedet haben, ist die Sanierung der Grundschule bereits mit einem Betrag von insgesamt 230000 Euro vorgesehen. Doch über das Konzept sind sich die Räte noch nicht einig: Das Architekturbüro Kling stellte die Pläne vor, die eine Wendeltreppe außen am Gebäude vorsehen, jedoch nur bis zum ersten Stock – bisher hat die Schule keinen solchen zweiten Fluchtweg. Im Dachgeschoss würde man eine kleine Leiter anbauen, die vom Fenster aus aufs Dach führt.
Einigen Gemeinderäten erschien das Konzept noch nicht schlüssig: „Es wäre zu überlegen, ob die Außentreppe nicht doch bis zum Dachgeschoss reichen sollte“, schlug Armin König vor. Architekt Martin Büchele erklärte, dass eine höhere Konstruktion teurer wäre.
In vier Wochen wird er der Gemeinde ein neues Konzept vorstellen. Außerdem ist die Hausalarmierung der Schule defekt und muss ausgetauscht werden. Hier ist eine Anlage mit Rauchmelder geplant.
Der Verwaltungshaushalt beträgt in diesem Jahr rund 3,8 Millionen Euro. Gestiegen sind hierbei die Landeszuschüsse, auch Schlüsselzuweisungen genannt: Um knapp 243000 Euro im Vergleich zum Vorjahr kletterten sie auf knapp 550000 Euro.
Was Bürgermeister Johannes Ruf und die Markträte mit Freude zur Kenntnis nahmen: Die Gewerbesteuereinnahmen sind leicht gestiegen. Die Unternehmen zahlen 2012 wohl rund 115000 Euro mehr an die Marktgemeinde als 2011.
Das Geld hat Tussenhausen auch dringend nötig, will die Gemeinde alle anstehenden Projekte schultern.
Neue Kredite will man im Rathaus vorerst nicht aufnehmen: Mit einer Neuverschuldung von einer Million Euro aus dem vergangenen Jahr steht die Gemeinde nun mit Gesamtschulden von fast 2,2 Millionen Euro im Jahr 2012 da.
Die Pro-Kopf-Verschuldung der Tussenhauser liegt mit 739 Euro zwar im Durchschnitt der Landkreiskommunen, ist aber wesentlich höher als noch in den vergangenen zwei Jahren.
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