Was Bischof Konrad Zdarsa gestern bei der Dekanekonferenz in Augsburg vorgestellt hat, sorgt schon seit längerem für Aufregung: Dass er nämlich die Eucharistiefeier für alternativlos hält und die Katholiken auf den Dörfern in Zukunft zur Sonntagsmesse in eine zentrale Kirche fahren sollen; das wurde schon 2011 bei der Frühjahrsversammlung des Dekanatsrats bekanntgegeben und mit Kopfschütteln quittiert.
Inzwischen ist der Bischof keinen Millimeter von seinem Standpunkt abgerückt. Die rund 1000 Pfarreien der Diözese sollen bis in 13 Jahren zu 200 „Seelsorgeeinheiten“ zusammen gefasst werden, denn mehr Priester wird es bis dahin voraussichtlich nicht mehr geben. Wortgottesfeiern soll es nur in Ausnahmefällen geben. Die bestehenden Gremien sollen reduziert werden. Es scheint zweifelhaft, inwieweit Laien noch mitreden dürfen.
Der Leiter der Pfarreiengemeinschaft Ettringen, Geistlicher Rat Pater Michael, bestätigt, dass die Situation der Seelsorge dramatisch ist. Er weiß auch, dass die Pläne des Bischofs bei den Gläubigen nicht gut ankommen, und wiegelt ab:
„Das Bistum wird Fachleute in die Dörfer schicken, die mit den Menschen sprechen. Die Diözesanleitung wird sich überzeugen lassen, dass man die Menschen mitnehmen muss, da bin ich ganz sicher. Es wird aber seine Zeit dauern.“ Auch die Wortgottesfeiern seien eine gute Lösung, um Menschen Gemeinschaft erleben zu lassen: „Die Leute sollen in ihrer Gemeinde Heimat erleben, das geht nicht ohne Wortgottesdienst.“
Pfarrer Richard Dick aus Mattsies erinnert sich, dass im zweiten Hirtenwort vor rund zwei Monaten der Bischof sich „deutlich moderater“ ausgedrückt habe und „zwischen den Zeilen“ auch noch andere Formen als die Eucharistie toleriert habe. Er kennt aber auch die große Frustration, die unter den engagierten Laien herrscht, die nicht wie er zwischen den Zeilen gelesen haben. „Man muss abwarten, wie es jetzt weiter geht“, sagt Dick. „Wir können doch nicht für Millionen erst die Kirchen renovieren und sie dann zusperren. Ich glaube, das Ganze wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“
Was die Pfarrgemeinderatsvorsitzeden aus Eppishausen und Traunried sowie die Dekanatsratsvorsitzende Ursula Henle zu den Plänen des Bischofs sagen, lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Mindelheimer Zeitung.