Wetter
Di.
20°C
Wetter
Mi.
21°C

28. Januar 2012 23:00 Uhr

Integration

Keine Angst vorm roten Mann

Initiative für mehr Toleranz in der Türkheimer Kindertagesstätte St. Elisabeth Von Anna Starkmann

Türkheim Ein grüner Mann lebt allein und zufrieden auf einer kleinen Insel. Seine Ruhe wird jedoch gestört, als ein roter Fremder ankommt, der eine andere Sprache spricht. Voller Angst vor dem Unbekannten teilt der Grüne die Insel in zwei Teile und verbannt den Eindringling aus seiner Nähe.

Das Bilderbuch „Ula-Pula“ zeigt, wie man sich kindgerecht dem Thema Rassismus und Vorurteile nähern kann: Durch einen Zufall erkennen der rote und der grüne Mann nämlich, dass sie sich eigentlich gut verstehen und ihre Vorurteile unbegründet waren. Schließlich werden sie Freunde.

ANZEIGE

Ein Schild im Foyer fordert Respekt

Dieser respektvolle Umgang ist auch das Ziel der Initiative „Respekt! – Kein Platz für Rassismus“ der IG Metall, bei der Schilder mit gleichlautender Aufschrift in Betrieben und Einrichtungen angebracht werden. Im Foyer der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Türkheim montierten jetzt der Kita-Leiter Michael Helfert und Dietmar Jansen von der IG Metall Kempten das erste Schild im Unterallgäu. Helfert erklärt, warum die Initiative gerade im Kindergarten sinnvoll ist: „Erfahrungen, die die Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren machen, prägen das spätere Leben entscheidend, da die Kinder in diesem Alter ihre komplette Sozialkompetenz entwickeln.“ Die Kinder stünden Fremdem grundsätzlich offen und vorurteilsfrei gegenüber. Die Erzieher wollen diese Offenheit erhalten und ausbauen, indem sie Neugier für fremde Kulturen und Menschen wecken.

Die Initiative der IG Metall ist keineswegs der Beginn einer Aktion, sondern vielmehr ein Baustein des Projekts für Toleranz, das es im Kindergarten seit fast 20 Jahren gibt. Dazu gehört, dass behinderte Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund ganz bewusst in den Kindergarten aufgenommen und integriert werden. Gegenwärtig haben von insgesamt 88 Kindern in der Kindertagesstätte 15 einen Migrationshintergrund. Helferts Gruppe „Villa Kunterbunt“ ist eine integrative Gruppe, in der Kinder mit und ohne Behinderungen zusammen betreut werden.

Zurzeit gestalten die Kinder der Gruppe eine Landkarte. Mit Bildern von Menschen aus anderen Ländern sollen die Kinder für fremde Kulturen sensibilisiert werden: Wie sehen Kinder aus anderen Erdteilen aus und wie leben sie? Diese Landkarte und das Bilderbuch „Ula-Pula“ sind aber nicht die einzigen Möglichkeiten, Toleranz und Offenheit zu schulen: Neben der Pfarrkirche besuchen die Gruppen auch mal eine Moschee, lernen türkische Lieder und Tänze oder eine türkische Mama kommt vorbei und kocht ein traditionelles, türkisches Gericht.

Sprachen sollen Neugier auf Fremdes wecken

Zählen können die Buben und Mädchen der Kindertagesstätte auf Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch und Niederländisch. Dabei gehe es nicht darum, möglichst viele Sprachen zu lernen, erklärt Helfert; auch das sei ein Versuch, die Neugier für Fremdes zu wecken.

Das Engagement des Kindergartens soll als Vorbild dienen. „Deshalb ist die Kindertagesstätte ein passender Partner für die Initiative der IG Metall“, sagt Jansen und betont: „Das Schild soll nicht auf Probleme hinweisen, sondern zeigen, wo der tolerante Umgang miteinander funktioniert.“

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Schlagworte

Türkheim

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Schlagzeilen aus der Nachbarschaft

Veranstaltungen vom 29.05.2012

Partnersuche