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18. Juni 2008 18:20 Uhr

Firma Lang

Kraftwerk erhitzt weiter die Gemüter

Es ging einmal mehr um das geplante "Ersatz-Brennstoff"-Kraftwerk. Aber war dieses Thema nicht bereits erschöpfend auch in der Presse behandelt worden? Und hatte nicht die Werksleitung in ihrer Pressemitteilung vom 8. Mai große Kompromissbereitschaft signalisiert? Wer geglaubt hatte, dass sich die Gemüter beruhigt hätten, wurde in einer Sendung des Bayerischen Fernsehen eines Besseren belehrt.

Reinhard Stegen

Ettringen Es ging einmal mehr um das geplante "Ersatz-Brennstoff"-Kraftwerk. Aber war dieses Thema nicht bereits erschöpfend auch in der Presse behandelt worden? Und hatte nicht die Werksleitung in ihrer Pressemitteilung vom 8. Mai große Kompromissbereitschaft signalisiert? Wer geglaubt hatte, dass sich die Gemüter beruhigt hätten, wurde eines Besseren belehrt. Es stellte sich im Verlauf der von Martin Breitkopf vom BR moderierten Sendung heraus, dass man über die bei solchen Vorhaben gutachterlich prognostizierten Emissionen trefflich streiten kann.

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Pro und Contra

Nach Unternehmensdarstellung ist nach der Planungsüberarbeitung nun ein Optimum sowohl im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit der Anlage als auch Effizienz und Umweltschutz erreicht worden. Die Vertreter der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal", Martin Kleint und Dr. Fischer, bestritten dies vehement. Sie wiesen auf die zu erwartende hohe Feinststaubbelastung und die Anreicherung von nicht oder schwer abbaubaren Umweltgiftstoffen wie Dioxin über die Jahre auf den landwirtschaftlichen Flächen hin, auch wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Emissions-Grenzwerte eingehalten oder unterschritten würden. Projektleiter Martin Heinrich hielt dagegen, dass der Feinstaub aus den Schornsteinen der Privathaushalte die Umwelt weit mehr belaste. Bürgermeister Robert Sturm bereitet die Tatsache Bauchschmerzen, dass wegen des vorgesehenen nun kleineren Heizkessels von 55 MW die Deponie mit ihren bedenklichen Altlasten nicht beseitigt werden soll; das Kraftwerk soll direkt daneben gebaut werden.

Zum Einlenken aufgerufen

Lang-Betriebsratsvorsitzender Joachim Schmid rief die Bürgerinitiative zum Einlenken auf, weil sonst der Standort und die Arbeitsplätze gefährdet seien.

Breitkopf thematisierte die Papierfabrik auch als Müll-Staubsauger. Werksvertreter Rudolf Schreivogel und Martin Heinrich bekräftigten, dass die in Frage kommenden Reststoffe (Kunststoffabfälle, Abfälle aus der eigenen Produktion und Klärschlamm) aus einem Umkreis nicht größer als 150 Kilometer angefahren würden. Das bezweifelten Martin Kleint und Dr. Fischer, denn bei 80 derartiger geplanter oder bereits im Bau befindlicher Anlagen würde die Versorgung mit Plastikmüll allein aus Deutschland nie ausreichen. Im Übrigen mahnten sie die Wiederverwertung des sogenannten Abfalls an. Als Rudolf Schreivogel die neue Planung auch als einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz verstanden wissen wollte, erntete er Pfiffe und Missfallensbekundungen der gut 400 EBS-Kraftwerksgegner. Eine Annäherung der gegensätzlichen Standpunkte war nicht zu verzeichnen. Dabei ist die revidierte Planung der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt. Sie soll in Abstimmung mit dem Landratsamt nach der Sommerpause in den betroffenen Gemeinden zur Einsicht ausgelegt werden. Dann sind zusätzliche Einwendungen möglich, so dass mit einem Erörterungstermin erst gegen Jahresende gerechnet werden kann.

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