Ettringen (mz) - In einer Pressemitteilung nahm die Firma Lang Papier Ettringen gestern Stellung zu den Kritikpunkten und Vorwürfen in den Leserbriefen der vergangenen MZ-Ausgaben. Darin ging es um das geplante Heizkraftwerk des Papierherstellers, das für die Produktion Dampf und Strom erzeugen soll.
"Die aktuelle Diskussion um die von uns beantragte Kraftwerks-Planung zeigt, dass uns allen im Landkreis am Miteinander liegt. Wir begrüßen die Sachlichkeit der Diskussion, nehmen die Bedenken unserer Nachbarn ernst und werden auch weiterhin alle relevanten Informationen offen legen", heißt es in dem von Werksleiter Dr. Thomas Krauthauf unterzeichneten Papier. Im Folgenden nimmt er zu drei Punkten Stellung:
Titulierung des Kraftwerks als Müllverbrennungsanlage: "Unser geplantes Heizkraftwerk unterscheidet sich deutlich von einer Müllverbrennungsanlage", so Krauthauf. Denn eine Müllverbrennungsanlage bekomme als Input unaufbereiteten ungleichmäßigen Siedlungs- und Gewerbeabfall - "ungeordnet, stark schwankend in seiner Zusammensetzung, mit entsprechend hohen Schadstoffgehalten." Der Input des Kraftwerks hingegen bestehe zu über 50 Prozent aus Gas, zu rund 25 Prozent aus Reststoffen der Produktion und zu einem Viertel aus Ersatzbrennstoffen. Die Ersatzbrennstoffe, schreibt Krauthauf, sind aufbereitet, in der Sortieranlage von Störstoffen wie Schrott oder Batterien befreit, homogenisiert und besonders heizwertreich.
Das Kraftwerk könne nicht zu einer Müllverbrennungsanlage umgewandelt werden, da die im Müll immer wieder auftretenden Spitzenwerte an Chlor den Kessel schädigen würden. "Eine Beschickung des Reststoffkessels mit 100 Prozent Ersatzbrennstoffen ist nicht möglich", heißt es.
Leistung des Kraftwerks: Die maximale Leistung des neuen Kraftwerks ist nur wenig höher als die der bestehenden Anlagen", heißt es in der Stellungnahme. Heute liege die verfügbare Leistung bei 178 MW, das neue Heizkraftwerk habe eine maximal verfügbare Leistung von 191 MW. "Die Strommenge, die wir zukaufen müssen, verringert sich um knapp 50 Prozent auf circa 45 MW, da wir mehr Eigenstrom erzeugen werden", schreibt der Werksleiter und betont.
Verkehrsbelastung und Herkunft der Brennstoffe: "Der Verkehr wird etwa gleich bleiben", wiederholt das Unternehmen seine Aussage. Wahrscheinlich werde der Lkw-Verkehr sogar leicht abnehmen, im ungünstigsten Fall kommen maximal sechs Lkws pro Tag hinzu. "Da Transportkosten hoch sind, legen wir bei Lang Papier großen Wert darauf, innerhalb eines möglichst regionalen Radius Ersatzbrennstoffe anliefern zu lassen und Leerfahrten zu vermeiden", schreibt das Unternehmen.
Kontakt: Der Werksleiter bietet allen Bürgern außerdem an, den Dialog mit der Firma fortzusetzen unter Telefon 08249 / 802 27 22 oder per E-Mail unter energie-fuer-lang-papier@myllykoski.com.
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