Eine Ausstellung, die dem Kennenlernen des armenischen Christentums und der Ausdeutung des armenischen Kreuzes dient, wird am Donnerstag, 10. Juli, um 19 Uhr im Mindelheimer Jesuitenkolleg vom Kulturamt in Zusammenarbeit mit dem armenischen Künstler Vano Dadoyan eröffnet. Sie dauert bis 20. Juli.


Es soll ein breites Spektrum an Kreuzen gezeigt werden, die zum Teil noch aus der Antike erhalten sind, bis hin zu zeitgenössischen Kunstwerken, die von namhaften armenischen Künstlern, aber auch von Kindern geschaffen wurden.
Neben Vano Dadoyan werden zwei weitere armenische Künstler bei Eröffnung der Ausstellung anwesend sein und ihre Gäste mit armenischem Wein und Tee bewirten. Die Erlöse aus dem Verkauf der Kreuze kommen benachteiligten und behinderten Kindern und Erwachsenen zugute, die in Armenien in christlichen Einrichtungen betreut werden.
Armenien, der seit 1991 unabhängige kleine Staat im Kaukasus, kann auf eine lange christliche Tradition zurückblicken, wenngleich es in der Antike von einer monotheistischen Religion, die einem Sonnengott huldigte, geprägt war. Bereits in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts wurde das Land christianisiert und die ersten Gemeinden sollen der Legende nach von den Aposteln Judas Thaddäus und Bartholomäus gegründet worden sein.
Im Jahr 301 löste das zur Staatsreligion erhobene Christentum den antiken, monotheistischen Kult schließlich friedlich ab, was Armenien zum ersten christlichen Staat der Welt machte. Dieser kulturelle Wandel lässt sich auch an den ersten, in Armenien gefertigten Kruzifixen ablesen. Denn heidnische Stelen, die einst zur Verehrung des antiken Sonnengottes geschaffen wurden, versah man kurzerhand mit dem Symbol des Kreuzes und wandelte sie so in christliche Kunstwerke um.
Im 20. Jahrhundert wurde dieses aus frühchristlicher Zeit stammende kulturelle Erbe beinahe ausgelöscht, da bis zu einem Drittel der Bevölkerung dem türkischen Völkermord an den Armeniern zum Opfer fiel. Außerdem wurden viele Überlebende in die Diaspora gezwungen. Auch die materiellen Verluste waren immens, da viele Kulturgüter zerstört wurden. Unter der religionsfeindlichen sowjetischen Herrschaft wurden die armenischen Christen über Jahrzehnte an der freien Ausübung ihrer Religion gehindert.
Heute setzen sich Christen in Armenien für den Wiederaufbau einer mittellosen, aber aktiven Kirche und für die Wiederbelebung ihrer christlichen Tradition ein. Einer von ihnen ist Vano Dadoyan, ein studierter Mathematiker und Künstler, dem es ein besonderes Anliegen ist, mit Kindern zu arbeiten, um gerade diese an ihre kulturellen Wurzeln heranzuführen. Mit ihnen fertigt Dadoyan die typischen armenischen Kreuze, die nicht den leidenden Christus zeigen, sondern als abstraktes Symbol die Freude und den Triumph Jesu verkünden.
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