Dienstag, 21. November 2017

09. Juni 2008 18:05 Uhr

Kritik an medizinischer Qualität zurückgewiesen

Mindelheim (jsto) - Das düstere Bild, das vier niedergelassene Ärzte aus Bad Wörishofen und Mindelheim von angeblich nachlassender medizinischer und pflegerischer Qualität des Krankenhauses in Mindelheim gezeichnet haben (wir berichteten), weist der Personalrat entschieden zurück und spricht von Rufmord. "Das hat mit der Realität nichts zu tun", sagte Personalratsvorsitzender Siegfried Trexler in einem Gespräch mit der MZ.

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Inhaltlich ähnlich wehrte sich der Vorstand des Klinikums, Alfons Hawner, gegen das Schreiben der Ärztevereinigung Bad Wörishofen, das die vier Ärzte Dr. Heinz Leuchtgens, Dr. Tassilo Albus, Dr. Gabriele Ilmer und Dr. Eberhard Liss unterzeichnet hatten. "Das ist eine rein subjektive Wahrnehmung", sagte Hawner. "Die Beschwerdequote unserer Patienten ist in keiner Weise gestiegen". Die Berichterstattung schade in einer schwierigen Phase, in der sich das Krankenhaus befinde.

Das Krankenhaus hat alle Patienten, die derzeit im Haus sind, in einem Fragebogen zur Zufriedenheit befragt. Die Patienten konnten Noten zwischen 1 und 6 vergeben. Ergebnis: Fast alle Abteilungen lagen im Schnitt zwischen 1,5 und 2,1. Über das Ergebnis wird die MZ gesondert berichten. In den ersten fünf Monaten 2008 habe das Krankenhaus in Mindelheim die höchste Belegung seit zehn Jahren erlebt. Erklären könne sich das Hawner selbst nicht. Es sei zwar nicht ungewöhnlich, dass zu Beginn eines Jahres mehr Menschen ärztliche Hilfe benötigten. Dies lasse aber üblicherweise nach. Heuer ist das anders, übrigens auch in anderen Krankenhäusern.

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Dass durch die gute Auslastung die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter sehr hoch sei, bestätigte Hawner. Dies sei aber nicht auf Dauer so und auch kein Phänomen allein in Mindelheim. Weil sich aber so die Einnahmen verbesserten, werde es eine "personelle Anpassung" geben. Schon zum 1. Juni hätten zwei junge Ärzte angefangen. Freilich sei es derzeit nicht ganz einfach, gutes Personal zu finden. Das gelte auch für die Pflege.

Mit dem notwendigen Sparkurs habe die angespannte Personallage nichts zu tun, versicherte Hawner. Eine Station sei geschlossen worden, dadurch sei die Zahl der Betten in Mindelheim auf 199 verringert worden.

Wie berichtet, haben Verwaltungsrat und Kreistag dem Krankenhaus für heuer vorgegeben, 1,5 Millionen Euro zu sparen. Am Ende des Jahres soll das Defizit auf unter zwei Millionen Euro fallen. Trotz spürbarer Lohnsteigerungen, die das Krankenhaus nach Angaben von Siegfried Trexler mit rund 800 000 Euro mehr belasteten, werde diese Marke nach Lage der Dinge wohl erreicht, gibt sich Hawner zuversichtlich.

In dem Schreiben der vier niedergelassenen Ärzte wurde der Eindruck erweckt, der aktuelle Sparkurs habe zu einer Verschlechterung der Situation geführt. "Das ärgert uns", sagte der stellvertretende Personalratsvorsitzende Klaus Plate, der in Ottobeuren die Anästesiepflege leitet. Die Mitarbeiter seien motiviert. "Alle arbeiten am Limit, aber das ist keine Besonderheit des Krankenhauses in Mindelheim".

Trexler sagte, das Krankenhaus habe hohe Defizite gehabt und sei jetzt auf einem guten Weg. "Und jetzt werden wir abgewatscht für angeblich schlechte Qualität, was einfach nicht stimmt". Am Mindelheimer Krankenhaus werde gute Medizin gemacht.

Er habe den Eindruck, so Trexler weiter, dass es manchen offenbar vollkommen egal sei, ob es in Mindelheim ein Krankenhaus gibt oder nicht. Immerhin geht es auch um 416 Vollzeit-Arbeitsplätze. 241 Mitarbeiter sind in Mindelheim beschäftigt, die Übrigen in Ottobeuren. Eine Erklärung für die erhobene Kritik der Ärztevereinigung Bad Wörishofen haben weder Alfons Hawner noch die Spitze des Personalrates. Es ist allerdings ein offenes Geheimnis, dass das Medizinische Versorgungszentrum MVZ mit drei Fachärzten in Mindelheim unter der Ärzteschaft in Bad Wörishofen sehr kritisch gesehen wird. In der Mindelheimer Teckstraße soll dieses MVZ, das zum Klinikum gehört, heuer im Juli eröffnet werden.

Hawner und Dr. Schnackenburg suchen das Gespräch

Neben einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt werden ein Kinderarzt und eben ein Internist praktizieren. Hawner sagt, das Krankenhaus habe dieses MVZ nur deshalb forciert, weil sich für die Praxis von Dr. Jacobs, der Belegarzt am Krankenhaus ist, kein Nachfolger gefunden hatte. "Für uns hätte das bedeutet, dass die Fachrichtung weg gewesen wäre", sagte Hawner.

Der Vorstand ist sich sicher, dass niedergelassene Ärzte und Krankenhaus aufeinander angewiesen sind. Er und der Chefarzt der Chirurgie, Dr. Oliver Schnackenburg, bemühen sich derzeit um Gesprächstermine mit Vertretern der Ärztevereinigung Bad Wörishofen.

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