An der Technischen Universität München (TUM) wird es einen Lehrstuhl für "Naturheilkunde und Komplementärmedizin" geben. Die Erich-Rothenfußer-Stiftung stellt dafür 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird der Lehrstuhl zunächst für sechs Jahre finanziert. Ziel der Stiftung ist es, die klassische Naturheilkunde und Alternativmedizin in die akademische Hochschulmedizin - sowohl in die Patientenversorgung als auch in Lehre und Forschung - zu integrieren.
Bad Wörishofens Bürgermeister Klaus Holetschek hatte schon vor einiger Zeit die Einrichtung eines derartigen Lehrstuhles an der TU München angeregt und entsprechende Gespräche geführt. Von der jetzigen Entwicklung wurde er überrascht. "Sehr begrüßenswert", sei diese Entscheidung, sagte Holetschek, auch das Engagement der Stiftung sei wichtig. Bad Wörishofen beispielsweise hätte ja das Geld für die Finanzierung eines Lehrstuhls niemals aufbringen können.
Für Holetschek ist der Lehrstuhl eine große Chance. "Das hilft uns auch gegenüber den Krankenkassen", glaubt er. Darüber, wie die Professur ausgestaltet werden soll, geben die Stifter selbst Auskunft: Das Gebiet der klassischen Naturheilkunde soll die Chance erhalten, seine Herangehensweisen und Methoden fundiert zu belegen und in der wissenschaftlich begleiteten klinischen Anwendung weiterzuentwickeln. "Dafür boten sich Klinikum und Fakultät der TU München als exzellente forschungsstarke Einrichtungen an", sagt Paul Rothenfußer, der Vorstand der Erich Rothenfußer Stiftung.
Eine Kooperation mit dem Europäischen Zentrum für Naturheilkunde in Bad Wörishofen ist derweil angedacht. Wissenschaftlicher Leiter hier ist mit Professor Eberhard Volger allerdings ein guter Bekannter an der TUM. "Bevor über eine mögliche Zusammenarbeit nachgedacht wird, muss der Lehrstuhl erst einmal besetzt werden und sich etablieren", sagt Tanja Schmidhofer von der Pressestelle der TU München.
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