Mindelheim „Ein guter Geschmack“ sollte vom Kaffeekränzchen in der Kreisklinik Mindelheim bleiben, sagte Chefarzt Dr. Peter Steinbigler. Zusammen mit seinen Kollegen, den Chefärzten Dr. Manfred Nuscheler und Dr. Christoph Weitzel, lud er die Bürger jetzt zum ersten Mal zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen in die Kreisklinik ein. Wichtigstes Ziel der Veranstaltung sei es, Vertrauen zu den Bürgern im Einzugsgebiet der Klinik aufzubauen. Die Ärzte nahmen sich für jeden Einzelnen – Kranke und Besucher – Zeit und beantworteten in lockerer Atmosphäre in der Cafeteria der Klinik Fragen.
Einige Menschen hatten ganz konkrete Fragen zu einer bestimmten Krankheit, andere interessierten sich für eher allgemeine medizinische Themen, wie für die Patientenverfügung. Viele ehemalige Patienten kamen auch, um sich für vergangene Aufenthalte zu bedanken. Sie lobten die fachlichen und menschlichen Qualitäten der Ärzte und des Pflegepersonals in Mindelheim.
Eine ehemalige Patientin, die viele Klinikaufenthalte hinter sich hatte, erzählte: „Ich bin gekommen, weil man mir in Mindelheim das Leben gerettet hat. Ich fühle mich hier wie zu Hause.“
Eine andere Frau erzählte von der zehnjährigen Krankheitsgeschichte ihres Manns, die schließlich in der Mindelheimer Klinik ein gutes Ende nahm, und berichtete darüber, wie es ihrem Mann nach seiner Entlassung ging.
„Es zeigt sich, dass Ansprache gewünscht wird“, stellte Dr. Manfred Nuscheler fest. Im Alltag sei dafür leider nicht so viel Zeit. Das Kaffeekränzchen biete außerdem die Möglichkeit, den Ärzten auf Augenhöhe zu begegnen, ohne die Emotionen und Ängste, die das Kranksein und der Klinikaufenthalt sonst mit sich brächten.
Auch Steinbigler betonte, wie wichtig der Austausch mit den Bürgern sei. Zum einen freue er sich über die Wertschätzung, die er beim Kaffeekränzchen von vielen Besuchern erfahren habe. Zum anderen könne auch Kritik weiterhelfen: „Es wurden ein paar Dinge angesprochen, die einem selbst nicht unbedingt auffallen.“ Diese Rückmeldung sei wichtig, um die Arbeit zu verbessern. „Oft kann man Patienten auch mit kleinen Gesten helfen“, sagte Steinbigler.
Die Ärzte zeigten sich mit dem ersten Kaffekränzchen-Versuch sehr zufrieden. Auch die Vortragsreihe und die Patientenseminare, die die Klinik anbietet, würden sehr gut angenommen. Das zeige, dass bei den Bürgern der Wunsch nach Information und Austausch besteht. Deshalb war das Kaffeekränzchen sicherlich nicht das letzte seiner Art.