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21. März 2010 18:55 Uhr

Mehr als 100 Berufe im Blick

Mindelheim Thomas ist 16. Wenn er im Juli die mittlere Reife abgelegt hat, will er zum Bau. "Weil man dort gut verdient," weiß er. Welchen der vielen Berufe im Baugewerbe er lernen möchte, das weiß er noch nicht. Deshalb ist er heute gekommen, um sich beim Berufsinformationstag in Mindelheim schlau zu machen. Von Harry Klofat

Zum fünften Mal hat der Arbeitskreis SchuleWirtschaft diesen Informationstag veranstaltet. In drei Gebäuden und auf einem Außengelände der Staatlichen Mindelheimer Berufsschulen haben 52 Unternehmen, Verbände und Organisationen ihre Stände aufgebaut. Der Andrang der Jugendlichen setzt gleich morgens um zehn Uhr ein. Viele kommen mit ihren Eltern, viele kommen auch mit Freunden und starten zum Rundgang. "Hier gibt es wirklich alles auf einen Blick zu sehen," sagen Britta (15) und Melissa (15). Sie interessieren sich für soziale Berufe, wollen vielleicht Kindergärtnerin oder Altenpflegerin werden.

"Berufsplanung ist Lebensplanung". Darauf wies Erwin Putz, Gebietsdirektor der Sparkasse, hin. Zusammen mit Schulrat Werner Habereder steht er an der Spitze des Arbeitskreises SchuleWirtschaft. In Zusammenarbeit mit der Berufsschule Mindelheim hat der Arbeitskreis die Großveranstaltung organisiert. "Unser Dank geht an Schulleiter Oberstudiendirektor Ludwig Graf und an Wolfgang Ramerth mit seinem Team," bedankte sich Habereder für die Unterstützung der Berufsschule und die Bereitstellung der Räume.

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In technischen Berufen fehlen immer noch Mädchen

Eine "Plattform der Begegnung" nannte Peter Rasmussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Memmingen-Unterallgäu, den Berufsinformationstag: "In unserer Region kommen 1300 Bewerber auf 1500 angebotene Ausbildungsplätze. Das unterstreicht, wie wichtig es ist Kontakte herzustellen zwischen künftigen Auszubildenden und den Firmen." Gerade in den Bereichen der technisch-mathematischen Berufe zeichne sich ein Fachkräftemangel ab. Vor allem gebe es zu wenig Mädchen in dieser Sparte.

Was es mit den MINT-Berufen (Mathematik, Information, Naturwissenschaft, Technik) auf sich hat, darüber konnten sich die Jugendlichen in einem von mehreren Fachvorträgen informieren, die die Berufsberatung anbot. "Abitur - und dann" lautete der Titel der Referatsreihe der Rotarier, die in kompakten Vorträgen mit Referenten vom Fach Berufe von Maschinenbau bis Zahnmedizin zusammenfasste.

Bewährt hat sich das Konzept, dass viele Firmen mit ihren Auszubildenden an der Veranstaltung teilnahmen. Im direkten Dialog zwischen den Jugendlichen lassen sich viele Fragen oft schneller beantworten als im Gespräch zwischen Personalchef und Interessent. Man redet die gleiche Sprache.

"Das ist prima," sagt auch der 16-jährige Thomas, der sich bei verschiedenen Baufirmen nach seinen Ausbildungsmöglichkeit erkundigt hat. "Ich habe mit mehreren Lehrlingen gesprochen, die in der Ausbildung zum Betonbauer, Zimmerer und Maurer sind. Alle haben mir interessante Tipps gegeben, auf was es ankommt in den jeweiligen Berufen. Der Berufsinformationstag war in jedem Fall ein Gewinn. Nun weiß ich aus erster Hand, was auf mich zukommen wird."

Bei uns im Internet

Eine Bildergalerie zum Infotag unter

mindelheimer-zeitung.de/bilder

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