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18. September 2009 07:34 Uhr

Mit Frauen-Power gegen Spielothek

Mindelheim (jsto) - Schnellrestaurant, Fitnessraum und Spielhalle - all das sollte nach den Plänen eines Investors in der Allgäuer Straße 15 in Mindelheim entstehen. Dazu kommt es nun aber nicht. Der Bauausschuss des Stadtrates mochte mehrheitlich nicht schon wieder grünes Licht für eine Spielhalle geben. Argument: Jugendliche könnten zum Glücksspiel verführt, Spielsüchtige ins wirtschaftliche Verderben geführt werden.

Die Schnellrestaurantkette Burger King hatte Mindelheim für sich entdeckt. Allerdings will der Investor sein Vorhaben nur in Verbindung mit einer Spielothek und einem Fitnesszentrum verwirklichen. Während rechtlich nichts gegen das Restaurant einzuwenden war, ist auf dem ins Auge gefassten Grundstück eigentlich keine Vergnügungsstätte möglich. Das sagte Ute Bergmaier von der Bauverwaltung.

Bürgermeister Dr. Stephan Winter (CSU) sagte, der Stadtrat habe in der Vergangenheit einer Spielstätte auf der anderen Seite der Allgäuer Straße zugestimmt. Das Landratsamt habe dies dann aber abgelehnt, weil es in dem Bereich zu viele Spielstätten gebe.

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Im aktuellen Fall hatte sich der Investor offenbar vorher mit Landrat Hans-Joachim Weirather zusammengesetzt. Laut Winter hat der Landrat mit dem Vorhaben kein Problem, weil die Spielothek eher von untergeordneter Bedeutung sei. Der Bauwerber habe dem Wunsch entsprochen und die Spielothek auf ein Viertel der Fläche verkleinert. Drei Viertel sollten dem Fitness-Studio vorbehalten sein und im vorderen Bereich des Gebäudes Burger King Platz finden.

Auch der Bürgermeister hätte nichts gegen eine neue Spielhalle einzuwenden gehabt. Spielen sei eine legale Freizeitbeschäftigung. Der Jugendschutz werde hier besonders strikt eingehalten. Auch sei es für ihn nicht plausibel, dass im südlichen Bereich der Allgäuer Straße Spielstätten erlaubt sein sollen, im Norden aber nicht.

Ursula Kiefersauer (CSU) sah das Vorhaben wesentlich kritischer. In der Vergangenheit habe sich der Stadtrat nicht mit Ruhm bekleckert. "Ich sehe den Schutz der Kinder", sagte sie. Jungs kämen vom Bahnhof durch die neue Fußgängerunterführung herüber. Für sie könne es da nur Ablehnung geben. Ihr zur Seite sprang Hannelore Lutzenberger (BG). Spielsüchtigen solle man es nicht so leicht machen. Ingrid Friedrich (SPD) sagte, es gebe zu viele Spielotheken, deshalb stimmte sie dagegen. Auch Agnes Schragl (Freie) erklärte sich deutlich gegen Spielotheken.

Thomas Schnabel (CSU) macht mehr die Verkehrssituation Sorge. Ein Schnellrestaurant bedeute mehr Verkehr. Also sollte an der Stelle der Allgäuer Straße eine Ampel gebaut werden. Letztlich stimmten acht Stadträte gegen die Pläne, vier dafür. Die Befürworter kamen alle aus den Reihen der CSU. Im Vorjahr hatte die Schuldnerberatung der Caritas gewarnt. Christina Übele sagte damals: "Je größer das Angebot ist, desto größer ist die Versuchung und desto mehr Probleme treten auf".

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