Sonntag, 21. Januar 2018

12. Januar 2018 12:00 Uhr

Empfang in Mindelheim

Mit Spott im Alter jung bleiben

Abtprimas Wolf rät zu mehr Gelassenheit. Dabei ist die Stimmung ohnehin schon gut in Mindelheim.

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Wie wollen wir künftig leben? Eingeigelt aus Furcht vor einem Terroranschlag? Oder offen und tolerant im Interesse eines guten Miteinanders? Bürgermeister Stephan Winter hat auf dem Neujahrsempfang der Stadt Mindelheim vor gut 300 Gästen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Vereinen und Organisationen am Mittwochabend im Stadttheater für die zweite Variante geworben. Aus dieser offenen Haltung heraus habe der Stadtrat zwei Projekte der türkischen Mitbürger klar befürwortet: den Bau des Vereinsheims von Türkyemspor und das türkisch-islamische Kulturzentrum mit Moschee in der Industriestraße.

Dennoch kann sich auch Mindelheim nicht von der „bedrückenden“ Weltlage mit Krieg und Verfolgung abkoppeln. „So sehr wir uns auf das Frundsbergfest heuer wieder freuen, das Sicherheitskonzept dafür wird dicker und dicker“, formulierte der Bürgermeister.

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Die Auftragsbücher sind voll

Der Blick auf den Mikrokosmos Mindelheim allerdings macht dem Rathauschef vor allem eines: große Freude. „Überall ist viel Dynamik zu spüren, viel Kreativität und Tatendrang.“ Die Arbeitslosenquote liegt bei 1,9 Prozent. Die Betriebe seien im Wettbewerb gut aufgestellt, die Auftragsbücher voll. Große Investitionen bei den Firmen Grob und Gabor sicherten Arbeitsplätze. „Ein gesundes Gewerbe ist und bleibt der Wohlstandsgarant für uns Kommunen.“

Der Schuldenstand der Stadt ist auf 9,25 Millionen Euro gefallen, die Rücklagen sind auf sieben Millionen angewachsen. Dabei sei kräftig investiert worden, etwa in den vierten Bauabschnitt der Maximilianstraße oder die neue Feuerwache. Um Beruf und Familie gut verbinden zu können, will die Stadt ihr Angebot an Kinderbetreuungsplätzen ausbauen. Konkret nannte Winter den Neubau der Marcellin-Champagnat-Kindertagesstätte, den Neubau der Kindertagesstätte St. Stephan und die Vergrößerung des Kindergartens St. Vitus in Nassenbeuren.

Überall gibt es selbst ernannte Experten

Als Herausforderung beschrieb Winter das Wohnen. Barrierefreie und preisgünstige Wohnungen würden gebraucht. Deshalb sei er froh, dass die Wähler beim Bürgerentscheid der Stadt den Auftrag erteilt haben, den Bebauungsplan Lautenwirtswiese voranzutreiben.

Staatssekretär Franz Josef Pschierer brach eine Lanze für die 24 ehrenamtlichen Mitglieder des Mindelheimer Stadtrats. Überall treffe er selbst ernannte Experten mit „politischer Weisheit“. Die Kommunalpolitiker engagierten sich ehrenamtlich in der Politik. Überhaupt seien es die Ehrenamtlichen, die für den sozialen Kitt sorgten.

Ein weiteres dickes Lob galt der Unternehmerschaft. Sie sorge für ein Land, in dem es sich gut leben lässt. Aber es gehe nicht allen gut, wie der CSU-Politiker mit Hinweis auf die Mindelheimer Tafel anmerkte.

Mindelheim soll beim Wohnungsbau bremsen

Durch das dynamische Wachstum Mindelheims sieht Pschierer eine „dramatische Herausforderung im Wohnungsbau“. Er riet überraschend, auf die Bremse zu steigen. Der Metropolregion München sollte sich Mindelheim nicht anschließen. Vor weiteren Ansiedlungen sollte der Bestand gepflegt werden.

Abschließend hatte er noch eine Nachricht aus der Staatskanzlei mitgebracht. Schirmherr des Frundsbergfestes wird Markus Söder. Der designierte bayerische Ministerpräsident will auch das große Historienfest besuchen.

Durch den rund zweistündigen Festabend führte Kulturamtsleiter Christian Schedler. Er hatte auch so manchen Seitenhieb im Gepäck. Den Sondierern in Berlin empfahl er, sich ein Beispiel aus dem Jahr 1276 zu nehmen. Kardinäle waren bei reduzierter Versorgung und ohne Bezüge eingemauert worden. Schon nach einem Tag war ein neuer Papst gewählt. Und zum Bürgerentscheid in Mindelheim merkte er ironisch an, da sei nichts als die reine Wahrheit verbreitet worden, wie es eben ins postfaktische Zeitalter passe. Im Spott war sich Schedler einig mit dem Festredner des Abends, Abtprimas Notker Wolf. „Je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, die Welt ernst zu nehmen.“ Er denke sich oft, „strampelt ihr euch ab, ich ziehe an meiner Pfeife“. Sein Thema war das Jungbleiben im Alter. Ältere gewinnen mehr innere Freiheit. Man müsse aber auch was tun. Lesen, Musik, etwas Sport, das hält jung. Die Neugier sollte man sich bewahren, „das Staunen eines Kindes“. Bürgermeister Winter bekannte, der Vortrag habe bei ihm die Lust aufs Älterwerden geweckt. Aber er befinde sich noch im Stadium der Vorfreude.

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Ein Artikel von
Johann Stoll

Mindelheimer Zeitung
Ressort: Redaktionsleiter, Stadt Mindelheim

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