Ettringen (it,mz) - Lange war es ruhig, nun tut sich etwas in Sachen neues Heizkraftwerk der Firma Lang. Wie gestern kurz berichtet, liegen dem Landratsamt nun die neuen, überarbeiteten Antragsunterlagen vor. Während das Amt selbst noch nicht eingehen will auf die Änderungen gegenüber der alten Planung, hat die Firma Lang dazu im Internet mehrere Informationen zusammengestellt. Die wichtigsten:
Die ursprüngliche Einwendungsfrist im Genehmigungsverfahren zum geplanten Heizkraftwerk war am 25. Februar 2008 ausgelaufen. Lang Papier hatte am 9. Mai 2008 bekannt gegeben, dass der Antrag zu dem geplanten Kraftwerk überarbeitet, die Leistung des Reststoffkessels von 80 auf ca. 55 Megawatt gesenkt wird und ein neuer Standort auf dem Werksgelände festgelegt wurde.
Lang Papier hat mit dem Landratsamt abgestimmt, dass das Genehmigungsverfahren mit dieser veränderten Planung fortgeführt wird, die öffentliche Auslegung werde, so Lang, voraussichtlich Ende Januar vom Landratsamt angekündigt. Die Auslegung selbst könnte Anfang Februar beginnen und insgesamt vier Wochen dauern. In dieser Zeit, und auch noch zwei Wochen danach, werden Einwände möglich sein. Der Erörterungstermin könnte Ende Mai stattfinden.
Alle bisherigen Einwendungen der Bürger würden so, wie sie sind, übernommen und mit den gegebenenfalls zusätzlichen Einwendungen zur überarbeiteten Planung aus der erneuten Öffentlichkeitsbeteiligung insgesamt behandelt.
Nochmal zur Erinnerung: Das neue Kraftwerk bestehe aus einem Gas- und einem Reststoffkessel. Die beiden Kessel erzeugten jeweils Dampf und Strom für die Papierherstellung. Die eingesetzten Brennstoffe würden dadurch sehr effizient zu Energie für die Papierherstellung umgewandelt. Die Investitionskosten werden bei ca. 125 Millionen Euro liegen.
Das Kraftwerk soll mit einem Mix aus Gas, Ersatzbrennstoffen und eigenen Reststoffen aus der Produktion betrieben werden. Bisher werden die Reststoffe aus der Papierproduktion extern weiter verwertet - zum Beispiel bei der Herstellung von Ziegeln. Ab 2011 sollen diese Reststoffe in dem geplanten neuen Kraftwerk verbrannt werden.
Hinzu kommen Ersatzbrennstoffe, die einen bestimmten Mindestheizwert haben müssen und genauestens kontrolliert werden - sie werden von extern angeliefert. Gas wird wie bisher zugekauft. Der Hauptanteil der Brennstoffe wird Gas sein (über 50 Prozent), an zweiter Stelle stehen die Reststoffe aus der Produktion. Die Klärschlammmenge werde maximal 40 000 Tonnen im Jahr betragen.
Der Lkw-Verkehr soll gleich bleiben, "im ungünstigsten Fall" um ca. fünf Prozent zunehmen.
Die Anteile der drei Brennstoffarten könnten laut Firma variieren; somit sei eine konstante und ausreichende Brennstoffmenge gewährleistet.
In der Neufassung des Genehmigungsantrages sind unter anderem folgende Änderungen vorgesehen:
Die Leistung des Reststoffkessels wird von 80 auf ca. 55 MW gesenkt.
Die maximale Ersatzbrennstoffmenge wird um 40 Prozent von bisher 150 000 auf 90 000 Tonnen im Jahr reduziert.
Die Ergebnisse der Luftemissionsmessungen (z.B. der kontinuierlichen Quecksilber-Messung) werden der Gemeinde Ettringen online zur Verfügung gestellt, um maximale Transparenz zu gewährleisten.
Die entstehenden Rauchgase werden in einer fünfstufigen Rauchgasreinigung gefiltert, die ständig kontrolliert wird. Damit sei sichergestellt, dass die Rauchgase die strengen gesetzlichen Auflagen einhalten.
Die neue Anlage erzeugt durch Kraft-Wärme-Kopplung neben dem Dampf auch rund die Hälfte des notwendigen elektrischen Stroms: Der entstehende Dampf in der neuen Anlage werde, so Lang, zu 100 Prozent über Turbinen geleitet und so zur Stromerzeugung genutzt. Aufgrund der höheren Eigenstromerzeugung seien Nutzungsgrad und Effizienz der neuen Anlage deutlich höher als bei Kraftwerken, die ausschließlich zur Stromerzeugung genutzt werden.
Momentan wird, so die Firma - nach Messung der Vorbelastung für relevante Schwermetalle - in Zusammenarbeit mit dem Bauernverband ein Boden-Monitoring vorbereitet. Dabei werden an unterschiedlichen Messstellen die Bodenbelastungen überprüft und dokumentiert.
Der Bau diene der Standortsicherung und dem Erhalt von ca. 550 Arbeitsplätzen.
In den letzten Monaten hat die Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal", die gegen das neue Heizkraftwerk protestiert, nicht nachgelassen mit Mahnwachen und Informationsveranstaltungen.
www.energie-fuer-lang-papier.de
www.gesundes-wertachtal.de
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