Energieteam stellt Ergebnisse vor und unterbreitet dem Marktrat Vorschläge, wie der Ort umweltfreundlicher werden kann Von Melanie Hofmann
Pfaffenhausen Anfang April ist das Energieteam gestartet – jetzt haben dessen Leiter Johannes Schindler und Klaus Röthele vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) die ersten Ergebnisse vorgestellt und dem Marktgemeinderat Vorschläge unterbreitet, wie man in Pfaffenhausen Energie einsparen könne.
Zunächs hat das Team den Energieverbrauch der Gemeinde ermittelt. Den Berechnungen zufolge verbraucht der Markt 87 Millionen Kilowattstunden (kWh) im Jahr – was umgerechnet etwa 7,5 Millionen Liter Öl entspricht. 43 Prozent der Endenergie werden vom Verkehr verbraucht, 27 Prozent von den Haushalten und 30 Prozent von der Wirtschaft. „Die Haushalte und zum Teil die Wirtschaft sind die Bereiche, die momentan von der Gemeinde beeinflussbar sind“, erklärte Schindler den Marktgemeinderäten. Rund 9,33 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) erzeugt jeder Pfaffenhausener im Jahr.
Vollversorgung mit erneuerbarer Energie ist machbar
Etwa 61 Prozent des Stroms werden in Pfaffenhausen laut Schindler bereits aus erneuerbaren Energien gewonnen, vor allem aus Biogas und Photovoltaik. „Damit sind der private und kommunale Stromverbrauch schon jetzt bilanziell komplett gedeckt“, so Schindler. Eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien sei theoretisch machbar.
In Sachen Wärme ließen sich bei einer realistischen Einschätzung 40 Prozent der Energie sparen, allein durch Wärmedämmung oder effiziente Heizsysteme, erklärte Schindler weiter. Derzeit würde in Pfaffenhausen rund ein Drittel der verbrauchten Wärme über erneuerbare Energien – vor allem Holz, Biogas, etwas Erdwärme und Sonnenenergie – gedeckt. Eine private und kommunale Vollversorgung über erneuerbare Energien wäre laut Schindler machbar, der Rest könne über effiziente Gasversorgung beziehungsweise regionalen Holzzukauf geschehen.
Weil eine Zunahme der Biogasanlagen ein zweischneidiges Schwert und Photovoltaikanlagen sowieso „derzeit ein Selbstläufer“ seien, empfahl Schindler dem Markt, Zuschüsse zu Geräten zu geben, die Energie sparen. Die Bürger würden so angeregt, sich Gedanken zu machen, der Markt würde in die Rolle als aktiver Förderer schlüpfen.
Als eine mögliche Aktion schlug das Energieteam einen Austausch von Heizungspumpen vor. Die neueren Effizienzpumpen würden bis zu 500 kWh – umgerechnet rund 100 Euro – im Jahr einsparen. Durch Festpreise hiesiger Installateure für ausgesuchte Pumpen in Höhe von 270 Euro und einen Zuschuss des Marktes in Höhe von 50 Euro, lägen die Einbaukosten für Bürger bei 220 Euro – eine Anschaffung, die sich nach etwa zwei Jahren amortisiere. Schätzungsweise gebe es in Pfaffenhausen 500 Häuser mit Austauschbedarf, so Schindler, erfahrungsgemäß würden zwischen 100 und 200 Haushalte ein solches Angebot nachfragen.
Bürger sollen vor Ort kostenlos beraten werden
Der Vorschlag führte im Marktrat zu einer kleinen Diskussion rund um die Frage: Ist es sinnvoll, eine „für sich sprechende Maßnahme“ (Alois Hölzle) zusätzlich zu fördern, ohne eine Art Gegenleistung – beispielsweise einen ausgefüllten Fragebogen zum energetischen Zustand eines Hauses – zu bekommen? Bürgermeister Krieger schlug vor, den Zuschuss zu deckeln, Klaus Röthele brachte eine kostenlose Energieberatung vor Ort statt eines Zuschusses ins Gespräch. „Wir sollten ein Zeichen setzen und das Bewusstsein bei den Bürgern schärfen“, meinte Michael Ripke, ebenfalls Mitglied im Energieteam. Dem konnten die anderen Räte nur zustimmen – sie stünden dem Thema grundsätzlich positiv gegenüber, wollen über Details aber erst im Januar entscheiden.
Darüber hinaus schlug Johannes Schindler noch weitere Maßnahmen vor. So könnten Besucher in der Energieberatungsstelle ein energiesparendes Geschenk bekommen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: