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22. Dezember 2010 19:05 Uhr

Politik ist gefordert

Berlin/ Bad Wörishofen Der Deutsche Tourismusverband und der Deutsche Heilbäderverband dringen auf eine Stärkung der Prävention in der Gesundheitspolitik. In einer Anhörung des Tourismusausschusses des Bundestages betonte der Präsident des Verbandes, Reinhard Meyer, es sei wichtig, "dass es endlich in dieser Legislaturperiode zu einem Präventionsgesetz kommt".

Die Vorbeugung zur Krankheitsvermeidung und die Motivation zu einer gesundheitsbewussten Lebensweise seien in einer älter werdenden Gesellschaft unabdingbar. Der Präsident des Deutschen Heilbäderverbandes, Staatssekretär Gerd Müller, plädierte für einen Paradigmenwechsel hin zu einem konsequenten Ausbau von Prävention und Gesundheitsförderung. Damit seien Einsparungen von bis zu 30 Prozent der gesamten Krankheitsausgaben möglich. Die deutschen Heilbäder und Kurorte böten dazu eine hervorragende Basis.

Zugleich verwies Müller auf einen Rückgang von Genehmigungen etwa von Kuren. Hier müsse die Politik handeln.

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Bestand vieler Einrichtungen auch in Wörishofen gefährdet

Ähnlich äußerte sich der Vorstandsvorsitzende des Verbandes Deutscher Kurörtlicher Betriebe (VDKB), Bernd Schmeink. Er verwies darauf, dass mit dem Rückgang ambulanter Vorsorgekuren der künftige Bestand vieler Einrichtungen gefährdet sei. "In Bad Wörishofen gibt es zum Beispiel nur noch sechs Betriebe, die berechtigt sind, komplette Maßnahmen direkt mit den Krankenkassen abzurechnen. Auch die Betriebe, bei denen zumindest die Abgabe einer Anwendung noch erstattet wird, werden immer weniger", so Schmeink gegenüber der Mindelheimer Zeitung. Zugleich verwies er in Berlin darauf, dass inzwischen für den zweiten, also privat finanzierten Gesundheitsmarkt ein "Branchenstandard Medical Wellness" existiere. Er erwarte, dass etwa mit einer bundeseinheitlichen Kampagne für wirklich qualifizierte Gesundheitsurlaube in Deutschland viele Verbraucher motiviert werden könnten, Geld in die eigene Gesundheit zu investieren. Den Wörishofer Stadtrat freut es auch ganz besonders, dass die CSU/CDU-Fraktion sich nun offensichtlich den VDKB-Forderungen anschließt. Laut der tourismuspolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marlene Mortler, wolle die CDU/CSU-Bundestagsfraktion den Gesundheitstourismus in Deutschland stärken und regte eine Kampagne an, die Reisende motiviert, im Urlaub verstärkt Gesundheitsangebote zu nutzen. "Wir wollen die Eigenverantwortung der Bürger stärken, sich gesundheitsbewusst zu verhalten", so Mortler in Berlin. Reinhard Meyer vom Tourismusverband beklagte zugleich einen "Gütesiegel-Dschungel", der es Verbrauchern schwer mache, sich für gute und passende Angebote zu entscheiden.

Gesundheitsreisen sollen vorne an stehen

Der Ausschussvorsitzende Klaus Brähmig (CDU) sagte, die Nachfrage nach Wellness- und Gesundheitsreisen sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Tourismussektor habe 2009 mehr als vier Millionen Gesundheits- oder Wellnessreisen verbucht. Brähmig fügte hinzu, Deutschland sei in Europa "das Ziel Nummer eins" bei Gesundheitsreisen. Die Deutsche Zentrale für Tourismus habe deshalb Wellness- und Gesundheitsreisen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit des kommenden Jahres gestellt. (Parlamentskorrespondenz/ara)

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