Montag, 21. August 2017

20. Juni 2017 00:35 Uhr

Forstwirtschaft

Sie machen den Weg frei

Experten geben Tipps zum Wegebau im Wald

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Ob der Wald für den Forstwirt leicht erreichbar ist, oder kein Weg hinführt, entscheidet über seine Wirtschaftlichkeit. Die Experten der Forstbetriebsgemeinschaft Mindelheim empfahlen beim Waldbegang in Oberrieden deshalb, die Wege instand zu setzen und den Lichtraum zu erweitern. Gute Wege ermöglichen ein schnelles Zugreifen nach einem Sturm- oder Käferbefall im Wald, verdeutlichte Dritter Vorsitzender Joachim Dreer. Als weiteren Vorteil nennt Revierförster Daniel Wingart, dass bei einem Unfall die Rettungskräfte den Verletzten schneller erreichen können.

Oft seien die Holzlagerplätze recht weit vom eigenen Wald entfernt. Wenn Lastwagen waldnah die Stämme aufladen sollen, dann müsse der Weg dorthin stabil und breit genug sein. Moderne Zugfahrzeuge seien teuer, deshalb dürften keine Äste an die Fahrzeuge schlagen. Forstbereichsleiter Rainer Nützel ergänzte, dass viele Waldwege nur im Sommer passierbar seien. Optimale Wege seien mindestens 3,5 Meter breit und zur Mitte hin gewölbt. In die seitlichen Gräben laufe das Regenwasser ab.

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Ulrich Beggel aus Oberrieden betreibt ein Recycling-Unternehmen. Sein zertifiziertes Material sei für die Unterkonstruktion eines Weges und die Oberschicht geeignet. Als beste Alternative empfahl Beggel für die Deckschicht gebrochenes Kies. Seine kantige Form lasse sich stark verfestigen und immer wieder neu formen. Eigens hierzu entwickelte Beggel einen Grader in Pflugform mit hinten angebauter Lenkachse.

Länger halten Schotterwege, wenn sie nach dem Regen schnell abtrocknen können. Lohnunternehmer Christian Walter aus Oberrieden kann mit einer zwei Meter breit arbeitenden Astschere, die Waldwege heller machen. Bis auf eine Höhe von fünf Metern reiche sein hydraulisch gesteuerter Schwenkarm. Jede Sekunde mache seine große Heckenschere einen Schnitt und zwicke bis zu zehn Zentimeter starke Äste. Der neu entstehende „Lichtraum“ bildet auch eine gute Voraussetzung, mit großen Maschinen unbeschadet an die Holzlagerplätze zu gelangen.

Quartalsweise werden für das Holz die Preise gesetzt, so Revierförster Daniel Wingart. Derzeit seien die Erlöse für Kurzholz gut, dank hoher Nachfrage. Ab der Jahresmitte steige die Gefahr für Käferholz und fallende Erlöse. Die ersten Käferflüge seien bereits abgegangen. Aktuell sei es „brandgefährlich“. Die befallenen Bäume sollten schleunigst aus dem Wald. (jd)

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