Samstag, 23. September 2017

05. September 2017 00:33 Uhr

Polizei

Steine gegen Asylbewerberheim

Gleich zwei Mal jagte ein Unbekannter den Bewohnern einen Schrecken ein. Jetzt denkt die Gemeinde über eine Sicherheitswacht und bessere Beleuchtung im Schlosspark nach

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Braucht Türkheim eine Sicherheitswacht? Nach den jüngsten Vorfällen im Schlosspark und Steinwürfen gegen ein Asylbewerberheim will die Gemeinde darüber nachdenken.

Steine sind am vergangenen Wochenende gegen eine Asylbewerberunterkunft in der Wörishofer Straße geflogen. Die Polizei Bad Wörishofen nimmt diese Angelegenheit sehr ernst, geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus und sucht fieberhaft nach dem Täter, der am Sonntag früh gegen 5 Uhr die Asylbewerber in Schrecken versetzt hatte.

Auch am späten Freitagabend, 1. September, teilte der Hausmeister der Unterkunft mit, dass er von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden sei. Der 43-Jährige stellte fest, dass die Haustür und eine Fensterscheibe mit großen Steinen eingeworfen worden waren. Keiner der Bewohner habe laut Polizei etwas gesehen.

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Am Sonntag früh wurden dann offenbar erneut Steine geworfen, diesmal verfehlte der Täter aber offenbar sein Ziel, es entstand kein Sachschaden. Der Täter wurde durch einen Bewohner überrascht und flüchtete. Bei dem Täter soll es sich um eine männliche Person im Alter zwischen 20 und 25 Jahren handeln.

Für Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier ist nicht auszuschließen, dass auch diese Taten in einem Zusammenhang mit den jüngsten Straftaten im Schlosspark stehen. Wie berichtet, war es am Montag, 28. August, nach einem Wortgefecht im Schlossgarten zu einer Schlägerei zwischen Syrern und einer Gruppe Jugendlicher im Alter zwischen 19 und 27 Jahren gekommen. Ein Asylbewerber hatte offenbar Verstärkung geholt und war laut Polizei mit mehreren Bekannten in den Schlossgarten zurückgekehrt. Auch hier schließt die Polizei einen fremdenfeindlichen Hintergrund und Pöbeleien als Auslöser für die Schlägerei nicht aus.

Bei der dann folgenden Schlägerei soll ein 20-Jähriger aus der Gruppe der Jugendlichen zu Boden geschlagen und am Boden liegend von mehreren Tatverdächtigen getreten worden sein, sagten mehrere Zeugen bei der Polizei aus. Der 20-Jährige erlitt dadurch Kopf- und Gesichtsverletzungen. Zwei weitere Männer im Alter von 19 und 27 wurden leicht verletzt. Der Tatverdacht richtet sich gegen zwei syrische Männer im Alter von 20 und 36 Jahren. Die drei Verletzten wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei Bad Wörishofen immer noch nach Zeugen, die weitere Angaben zum Tathergang machen können.

Am Mittwoch gegen 21 Uhr dann der nächste Fall: Ein 18-jähriger Radfahrer wurde seinen Schilderungen zufolge von mehreren Unbekannten angehalten, vom Rad geworfen und verprügelt. Der junge Mann erlitt hierdurch leichte Verletzungen. Von den vier bis fünf Unbekannten liegt der Polizei keine Beschreibung vor.

Besteht zwischen diesen Fällen und den Steinewürfen ein Zusammenhang? Polizeichef Thomas Maier will das nicht ausschließen und hat daher bereits „interne Maßnahmen“ ergriffen, sagte er gestern zur Mindelheimer Zeitung, ohne auf Einzelheiten eingehen zu wollen. Im Polizeijargon bedeutet dies jedoch üblicherweise, dass die Beamten häufiger vor Ort Streife fahren und ganz genau hinschauen werden.

Sollte es tatsächlich einen Zusammenhang geben, dann hätte sich der Steinewerfer zumindest die falsche Adresse ausgesucht, betont Maier, denn: „In der Asylbewerberunterkunft in der Wörishofer Straße wohnt gar keiner der im Fall der Schlägerei Tatverdächtigen“.

Für Maier wäre es auch ein Leichtes, die Sicherheitswacht aus Bad Wörishofen auch in Türkheim einzusetzen, doch dazu bedarf es eines entsprechenden Gemeinderatsbeschlusses – und bislang habe der Türkheimer Gemeinderat keine Veranlassung gesehen, so einen Beschluss zu fassen. Das könnte sich bald ändern: Wie Bürgermeister Christian Kähler gestern auf Anfrage der MZ mitteilte, nimmt er die jüngsten Schlägereien im Schlosspark ebenfalls sehr ernst und will das Thema Sicherheitswacht „bei einer der nächsten Sitzungen“ auf die Tagesordnung setzen. Auch die Möglichkeiten, im Schlossgarten für eine bessere Beleuchtung zu sorgen, will Kähler prüfen und durchrechnen lassen. Auf der MZ-Facebookseite hatte eine Userin diese Anregung gebracht.

Hinweise zu den genannten Fällen nimmt die Polizeiinspektion Bad Wörishofen unter Tel. 08247/96800 entgegen.

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Ein Artikel von
Alf Geiger

Mindelheimer Zeitung
Ressort: Bad Wörishofen


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