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18. Januar 2008 18:55 Uhr

Täglich werden 2 000 Tonnen Produktionsabfälle verbrannt

Mit ihrem Vorhaben, ein werkseigenes Heizkraftwerk zu bauen, um den für die Produktion benötigten Dampf und einen Teil des Stromes herzustellen, steht die Ettringer Papierfabrik Lang nicht alleine da. In anderen Werken ist dies längst Stand der Dinge. Bei einer Informationsveranstaltung in Ettringen (wir berichteten) nannten die Lang-Verantwortlichen einige Male das UPM-Werk in Schongau als Beispiel. Das Unternehmen hat zwei eigene Heizkraftwerke. Wir haben mit Winfried Schaur, Leiter des Schongauer Werkes darüber gesprochen, wie diese betrieben werden.

Seit wann haben Sie ihre Kraftwerke und wie viel des benötigten Strom- und Dampfbedarfs können sie damit abdecken?

Schaur: Wir haben ein - man kann sagen historisches - Dampfkraftwerk, das seit den fünfziger Jahren besteht. Das Heizkraftwerk 2 dagegen wurde erst 1989 in das Werk integriert. Beide Werke basieren jedoch auf der Kraft-Wärme-Kopplung. Jährlich haben wir einen Bedarf von 900 Gigawattstunden Strom, wovon wir ein Drittel durch den werksintern produzierten Strom decken können. Die restlichen circa 600 Gigawattstunden ziehen wir aus dem Netz. Die benötigte Dampfmenge wird jedoch in den Werken erzeugt.

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Mit was werden die Heizkraftwerke betrieben?

Schaur: Das Dampfkraftwerk läuft mithilfe von Erdgas, das neuere Werk liefert Energie durch die Verbrennung von hauseigenen Reststoffen. Genauer gesagt handelt es sich dabei um täglich circa 1000 Tonnen Reststoffen aus der Altpapieraufbereitung, die wir zum Teil auch aus dem Augsburger Werk beziehen.

Ein kleiner Anteil Klärschlamm ist auch dabei

Verbrennen Sie auch weitere Stoffe wie Industrieabfälle oder Klärschlamm? Was sagen Sie zu Befürchtungen, dass solche Heizwerke wie diese zu getarnten Müllverbrennungsanlagen mutieren?

Schaur: Wir verbrennen alle unsere Rückstände, die im Altpapieraufbereitungsprozess anfallen. Ein kleiner Teil Klärschlamm aus unserer eigenen Abwasserreinigungsanlage, ist somit auch darunter. Pauschal kann man die Frage nicht beantworten, wobei gesagt werden muss, dass die Brennstoffe im Rahmen des Genehmigungsverfahrens definiert werden. Was verbrannt werden darf, unterliegt so einem Genehmigungsprozess. Außerdem kann je nach Kesselauslegung nicht jedes beliebige Material verwendet werden. Die Sorge eine Müllverbrennungsanlage zu schaffen, kam bei uns nie auf.

Welchen Sinn machen Heizkraftwerke in ökonomischer und ökologischer Hinsicht?

Schaur: Zu der Frage möchte ich auf eine Studie des Bayerischen Umweltinstituts verweisen. Hierbei liegt das Ergebnis vor, dass die bereits heute praktizierte betriebsnahe Verwertung von Reststoffen zur Wärme- und Stromerzeugung, die Umwelt deutlich entlastet. Das Projekt zeigt, dass Heizkraftwerke nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch wertvoll sind, indem sie die Kosten der Entsorgung senken. Es ist sicherlich der richtige Weg, solche Konzepte zu verwirklichen.

Stellen Emissionen ein Problem dar?

Schaur: Wir haben kontinuierliche und diskontinuierliche Messungen hier im Werk. Durchschnittlich liegen wir anhand der Ergebnisse deutlich unterhalb der Grenzwerte und haben somit kein Problem.

Interview: Carina Cebulj

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