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18. März 2010 18:45 Uhr

Türkheim beantragt neues Förderprogramm

Türkheim Am Ende wurde es ein zögerliches "Ja": Nach längeren Diskussionen gab der Marktgemeinderat Türkheim seine Zustimmung dazu, sich für das neue Städtebauförderprogramm zu bewerben. Das unter dem relativ sperrigen Namen firmierende Programm "Aktive Stadt und Ortsteilzentren" soll ab 2011 in Kraft treten und das seit 20 Jahren existierende und von Türkheim genutzte "Bund-Länder-Programm I" ersetzen, das in diesem Jahr ausläuft.

Projekte, die in der Marktgemeinde umgesetzt werden, werden mit jeweils 50 Prozent von der Regierung von Schwaben gefördert, dazu kommt noch ein Verfügungsfonds, an dem in Teilen die regionalen Einzelhändler und die Regierung von Schwaben beteiligt sind. Die Laufzeit beträgt zwei mal vier Jahre plus einer Option auf weitere vier Jahre. "Damit hätten wir einen Leitfaden für die nächsten zwölf Jahre", sagte Bürgermeister Silverius Bihler.

Im Anschluss an die Willenserklärung stehen allerdings - und dieser Aspekt gefiel einigen Gemeinderäten nur sehr bedingt - zwei Gutachten, die mit jeweils 18 000 Euro zu Buche schlagen: eine Voruntersuchung und ein Einzelhandelsgutachten. Geht es bei der Voruntersuchung um eine generelle Bestandsaufnahme, soll beim zweiten Gutachten ein eventueller Handlungsbedarf bei der Auswahl von neuen Geschäften ausgemacht werden. Der Kostenpunkt liegt jeweils bei 18 000 Euro, wobei Türkheim an jedem der beiden Untersuchungen 40 Prozent der Kosten zu tragen hat.

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Manche Mitglieder des Gemeinderates sind jedoch von der Sinnhaftigkeit des Projektes nicht ganz überzeugt. "Unser Problem sind doch eher die leer stehenden Geschäfte", sagte etwa Irmgard Schäffler von der SPD. Ihr Parteikollege Martin Reifer begrüße das Programm zwar, sagt aber auch: "Im Ortskern haben wir doch alles gemacht."

Bürgermeister Bihler entgegnete, dass das Programm breit genug aufgestellt sei, um damit flexibel auf neue Anforderungen reagieren zu können. Und: "Wir haben jetzt bereits einen Fuß in der Tür bei diesem Programm. Ich sehe die Gefahr, dass es zerredet wird." FW-Gemeinderat Manfred Attenberger schloss mit dem Vorschlag, erst einmal die Willenserklärung zu tätigen - sollte man tatsächlich bemerken, dass es nicht das richtige Programm sei, könne man sich immer noch zurückziehen.

Die weiteren Themen:

Kanalsanierung "Wir haben viel Geld im Erdboden vergraben, das nicht zu sehen ist", sagte Bürgermeister Bihler zu Beginn des Programmpunktes, an dessen Ende das weitere Vorgehen bei der Kanalsanierung besprochen werden sollte.

Viel Geld heißt in diesem Zusammenhang übrigens: etwa 15 Millionen Euro. In einem ausführlichen, rund halbstündigen Vortrag erläuterte Architekt Konstantin Vogg die Möglichkeiten der Kanalsanierung und stellte verschiedene Modelle zur Kanalsanierung vor. Um es kurz zu machen: Die Türkheimer Unterwelt ist größtenteils gut erhalten. Lediglich in Türkheim-Süd weisen die Kanalrohre etwas stärkere Schäden auf, insgesamt könne man aber mit dem Zustand zufrieden sein.

Dennoch: Die auf bis zu zehn Jahre angelegten Sanierungs- oder Renovierungsmaßnahmen betragen je nach Herangehensweise zwischen 980 000 und 1,1 Millionen Euro. Dem Vorschlag Bihlers, das Architektenbüro solle mit der Verwaltung und dem Kämmerer ein Konzept erarbeiten, gab der Rat statt.

Ein Betriebshof für den Golfplatz Der Antrag des Türkheimer Golfanlagenbetreibers, den jetzigen Betriebshof, der sich derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei befindet, direkt auf den Golfplatz zu verlegen, stieß auf eher skeptische Resonanz. In dem Betriebshof sollen rund 25 Mähmaschinen unterbracht werden. "Da stellt sich die Frage nach dem Abwassersystem", sagte Marktrat Thomas Ackermann (SPD). Während Otto Mayer dem Vorhaben zustimmen wollte, warf Otto Rinninger (FW) ein, dass auf dem spärlichen Feldweg, der zu dem Grundstück in der Nähe des Naturparks Westliche Wälder führt, dann auch 40-Tonner unterwegs seien. Bürgermeister Bihler schlug vor, dem Betreiber ein Gespräch mit dem Landratsamt Unterallgäu zu empfehlen. Der Marktrat stimmte dem zu.

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