Ettringen (emf) - Nicht erfreut, aber insgesamt recht gelassen haben die Mitglieder des Ettringer Gemeinderats auf Postkarten reagiert, die ihnen von der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal" ins Haus geflattert waren, und zwar ausgerechnet am Heiligen Abend.
Bürgermeister Robert Sturm machte die Aktion zum Thema im Punkt "Informationen und Anfragen" bei der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres. Er selbst fand einen ganzen Packen solcher Karten am 24. Dezember im Briefkasten. Er wollte von seinen Kollegen wissen, ob auch sie damit beglückt worden waren, was eine ganze Reihe von ihnen bestätigten.
Gemeinderäte werden auch beleidigt
Die Vorderseite war überall dieselbe: die Zeichnung eines als Heizkraftwerk erkennbaren Gebäudes, mit Geschenkbändern verschnürt und mit der Aufschrift "Schöne Bescherung" versehen. Auf der Rückseite hatten BI-Mitglieder - die meisten davon anonym - ihre Ansichten zum Vorgehen der Räte formuliert. Einige besorgt oder mahnend, andere in beleidigender oder pöbelhafter Form. Auch Kinderzeichnungen waren darunter.
"So was ist fürs Altpapier", fanden die meisten Räte. Erbaut waren sie allerdings nicht über die Weihnachtspost.
Der Heilige Abend sei der falsche Zeitpunkt gewesen
Ulrich Plukas stellte fest, politische Auseinandersetzungen seien in Ordnung, als Ratsmitglied müsse man "auch mal was einstecken können". Eine solche Aktion ausgerechnet am Heiligen Abend zu unternehmen, überschreite aber eine Grenze und sei inakzeptabel.
Gerold Bittner schrieb sie einigen "Einzelkämpfern" zu und meinte: "Die meisten Texte sind mit Schreibmaschine verfasst, das zeugt doch davon, dass die Absender kein ganz reines Gewissen hatten."
Markus Maier fragte sich, wie eine solche Aktion mit christlichen Mahnwachen, Bibelsprüchen und Gebeten zusammenpasse.
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