Donnerstag, 30. März 2017

09. März 2017 00:33 Uhr

Konzert

Weckruf mit Langzeitwirkung

Konstantin Wecker nimmt sich im ausverkauften Kursaal drei Stunden Zeit für Gefühl, aber auch für wuchtige politische Botschaften für Frieden und gegen Nationalismus

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Konstantin Wecker braucht auf der Bühne nicht viel. Ihm reichen ein Mikrofon und Überzeugungskraft.
Foto: Helmut Bader

Er ist durch und durch Pazifist, bezeichnet sich selbst als Gutmensch, wofür er heutzutage oft gescholten werde. Vor allem aber ist Konstantin Wecker Musiker mit Leib und Seele, der es wie kaum ein anderer versteht, seine Botschaften in einem Konzert über die Bühnenrampe ans Publikum zu vermitteln. Im ausverkauften großen Saal des Kurhauses von Bad Wörishofen bewies er dies zusammen mit der Cellistin Fany Kammerlander und seinem langjährigen musikalischen Begleiter am Klavier, Jo Barnikel.

Wer dieses Konzert „Poesie und Musik mit Cello und Klavier“erlebt hat, dem wird es lange in Erinnerung bleiben. Es war geprägt von einer enormen Intensität an Eindrücken, von tief gehenden Gefühlen und manchmal auch Wut auf Missstände, die es in unserem reichen Land auch gibt. All dies vermittelte Konstantin Wecker mit einer unglaublichen Überzeugungskraft, die er in eindringliche Musik, den Vortrag von dazu passenden Gedichten und Erzählungen aus seinem eigenen Leben verpackt. „Poesie“ ist das Stichwort, das er derzeit wieder ganz besonders in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt haben möchte und dies war auch hier der Schwerpunkt.

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Es waren vor allem die eher sentimentalen Passagen im Programm, mit denen er die erwartungsfrohen Besucher auf seine musikalische Reise mitnahm. Lieder wie das „Lass mich einfach nicht mehr los“ gleich zu Beginn oder „So lieb ich dich“ später brachten dies ganz besonders zum Ausdruck und zeigten damit den eher träumerischen Künstler. Dass er aber auch ganz anders kann, bewies Konstantin Wecker aber dann auch wieder bei dem krachenden „Kaiser stirb“ oder dem Lied vom „General“. Da war sie dann wieder, die politische Seite, ohne die Konstantin Wecker nicht vorstellbar wäre. Er vermittelt dann mit Wucht Botschaften von Frieden, Freiheit und gutem Zusammenleben. Dass es ihm dabei ganz speziell um den Nationalismus mit seinen gefährlichen Folgen geht, das bringt er deutlich zum Ausdruck und erntet gerade dabei Sonderapplaus.

Dazwischen erzählt er spannende Geschichten von seinen Eltern, macht auch einen Abstecher zum Blues, scheut sich auch nicht, mit seiner Lebenskrise zu kokettieren und geht dann von der Bühne herab mitten in das Publikum, um seine Anliegen noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen.

Fast drei Stunden nimmt sich Wecker Zeit, genial begleitet von seinen beiden Partnern, ganz besonders bei der italienischen Zugabe „Gratias a la vita“. Bei der gefühlvollen Hommage an seinen Vater stand dann wieder Poesie und Zärtlichkeit im Mittelpunkt, womit sich der Kreis schloss.

Ein eindringlicher Abend mit nachhaltiger Langzeitwirkung. Vermittelt wurde er von einem Künstler, dem man seine Botschaften gerne abnimmt, weil er sie seinem Publikum mit ehrlicher Begeisterung nahe bringt. (heb)

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