Mittwoch, 20. September 2017

29. Oktober 2014 00:31 Uhr

Kabarett

Wellküren kennen keine Gnade

Im Ramminger Braustadel bekommt auch die lokale Prominenz einiges zu hören. Das Publikum ist begeistert

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Die Wellküren gaben für einen Abend im Ramminger Braustadel den Ton an. Dass sie sich vor dem Auftritt gut über das lokale Geschehen informiert hatten, honorierten die Gäste besonders.
Foto: Franz Issing

„Wir waren schon überall, aber noch nie in einem so schönen Stall“, schwärmten die „Wellküren“ bei ihrem Auftritt im voll besetzten Ramminger „Braustadel“. Dort zeigten sich die inzwischen leicht ergrauten Well-Schwestern über das lokale Geschehen im Unterallgäu bestens informiert – sehr zur Freude des Publikums. Im „Grobland Mindelheim“ bauen die einen 49 Meter hohen Turm, die spinnen doch komplett“ lästerten die Wellküren und spotteten auch über den abnehmenden Kirchenbesuch in St. Stephan. „Weil die eine riesige und teuere Orgel bauen“, glauben sie zu wissen.

So gab die Moni vor von Landrat Weirather geträumt zu haben und versicherte einschränkend: „aber ich träume ja eh nichts Gescheites“. Auch über den Ramminger Bürgermeister frotzelten sie. „Zwischen zwei Zwergen ist der eine herausragende Persönlichkeit.“

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Mit Harfe, Harmonika, Schlagbrett, Nonnentrompete, Gitarre und Saxofon holte das Damentrio zu feinfühligen Seitenhieben aus – beziehungsweise bliesen Promis und Politikern den Marsch, dass sich das Publikum nur so schüttelte vor Lachen. Dabei war den „Besten Schwestern“ auch die Inflation der Talk-Shows im Fernsehen ein Dorn im Auge. „Die Haderthauer hat auf jedem Zahn eine Frisur“, scherzten sie und machten aus ihrer Überzeugung kein Hehl: „Bayern ist noch nicht reif für den Wechsel und mit Fakten, Argumenten und Wissen allein ist einfach kein Staat zu machen.“ Das kann nur über das Herz funktionieren.

Je später der Abend, desto spitzer die Zungen von Moni, Burgi und Bärbi aus der bekannten Musikerfamilie Well. Die drei Schwestern haben es faustdick hinter den Ohren. Sie warten mit einer Mischung der besten Tugenden auf, die den Bayern nachgesagt werden: intrigant, hinterfotzig, gerissen, frivol, gnadenlos und geradeheraus.

In ihren Gstanzln und Spottgesängen lästerten sie über Gott und die Welt regten sich furchtbar über einen Bischof auf, der sich eine sündhaft teure Badewanne leistete und sinnierten über die Vorteile einer Gottesanbeterin, die nach dem Geschlechtsakt ihren Ehemann aus dem Weg räumt. Äußert sich „homonelle Demenz“ beim eigenen Ehepartner, greifen die emanzipierten drei Schwestern schon mal zum Schürhaken (Moni), verabreichen Arsen (Bärbi) oder drehen den Gashahn auf (Burgi). „Männer im Wechsel sind das letzte, was Frau will“, also haut sie raus!“, rufen sie. Unerträglich für sie der Anblick eines Rentners im ballonseidenen Trainingsanzug, unter dem sich der Bierbauch im Fernsehsessel wölbt. „Man braucht‘s net“.

Nur zu gern ließ sich das Publikum von den Läster-Schwestern bei einem „kollektiven Therapieversuch“ zum Mitsingen animieren. Interfamiliäres wurde von ihnen instrumental stellenweise bis zum Exzess ausgebreitet.

Und schließlich rockt sich beim AC/DC-Klassiker „Highway to hell“, und ihrer bayerischen Antwort darauf „De Daifi soll eam hoin“ die Moni am Hackbrett so toll in Rage, dass es zu rauchen begann und sie sich den Schweiß mit dem magischen „wishing-well-Putztuch“ abwischen muss. Nach zwei Stunden satirischem Dauerfeuer war das nötig. (iss)

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