Montag, 22. Januar 2018

05. Oktober 2009 18:25 Uhr

Wenn die Krähen eine Stadt erobern

Mindelheim/Buchloe Und täglich grüßen die Krähen. Den schwarzgefiederten Vögeln muss es anscheinend in der Frundsbergstadt besonders gut gefallen. Während man sich normalerweise über Gäste freut, so hält sich hier die Begeisterung in Grenzen. In der Kreisstadt wird über Kot und Verunreinigungen durch die Tiere geklagt. Besonders das Mindelheimer Freibad bekommt täglich eine Ladung ab. Ähnlich erging es auch den Buchloern, die machen aber nun Front. Hoffnung bringen sogenannte "Vergrämungsmaßnahmen". Dahinter verstecken sich Maßnahmen, den Nestbau der Tiere zu verhindern. Von wilhelm unfried

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Das Thema Krähen ist im Allgäu nichts Neues. Unliebsamen Krähenvögeln wird nun verstärkt zu Leibe gerückt. Allerdings muss man da zwischen Rabenkrähen und Saatkrähen unterscheiden. Letztere sind nämlich besonders geschützt. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es nämlich verboten, Saatkrähen zu fangen, töten oder ihre Nist- und Brutplätze zu zerstören.

Gegen die Rabenkrähen dagegen werden im Kemptener Raum Habichte eingesetzt.

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Warum sind die Krähen so unbeliebt? Sie vertreiben kleinere Singvögel, zerhacken die Schutzfolien der Strohballen auf den Feldern und verwüsten sogar Gräber.

Und in Buchloe scheinen die schwarzen Vögel besonders zu wüten. Seit 1994 gibt es Beschwerden und Proteste. Die Krähen haben ganze Stadtviertel in ihren Besitz genommen. Bisher waren den Stadtvätern die Hände gebunden.

Auf erneuten Antrag wird nun der sogenannte "Vergrämungszeitraum", also die Zeit, in der die Krähen am Nestbau gehindert werden dürfen, flexibler gestaltet. Er richtet sich nicht mehr nach dem Kalender sondern nach der tatsächlichen Nestgründungsphase. Im Winter werden die alten Nester von den Bäumen entfernt, im Frühjahr die Vögel mit Wasserspritzen am Neubau gehindert. Bisher war damit am 1. April Schluss. Allerdings bauten die Vögel in diesem Jahr wegen des langen Winters erst nach dem 1. April ihre Nester.

Die Buchloer dürfen die Maßnahmen auf das gesamte Stadtgebiet ausdehnen. Ausgenommen ist die Bahnlinie, wo die Hauptkolonien angesiedelt sind. Dadurch würde auch erreicht, dass sich die Krähen nicht auf das gesamte Stadtgebiet verteilen.

Im Fasching ein Thema

Das erinnert alles an die Bestrebungen der Stadt Mindelheim. In den 90er Jahren setzte der damalige Bürgermeister Erich Meier die Feuerwehr gegen die schwarzen Vögel ein. Er ließ die Nester von den Bäumen rund um die Mindelburg, eine Hochburg der Krähen, herunterspritzen. Allerdings hatte er das Pech, dass der Befehl etwas zu spät kam und auch schon ausgeschlüpfte Jungtiere aus den Nestern befördert und damit getötet wurden. Das gab dann mit den Tierschützern heiße Debatten und sorgte für allerlei Zündstoff bei Faschingsumzügen.

Mindelheims Bürgermeister Dr. Stephan Winter sieht übrigens in Mindelheim nicht das ganz große Problem. Die Bademeister hätten ihm versichert, dass es im Stadtbad keine hygienischen Probleme gebe. Und die Krähen hätten weitgehend außerhalb der Stadt im Tiergarten Quartier bezogen.

Früher war das alles einfacher. Bis weit in die 60er Jahre gehörte das Gebiet des Tiergartens, wo die Krähen schon immer zu Hause waren, zum Gernstaller Gemeindegebiet. Besitzer war damals der Gernstaller Bürgermeister. Und der war auch passionierter Jäger. Er bekämpfte die Krähenplage auf seine Art. Im November lud er immer seine Jägerkollegen zur Jagd auf die Krähen ein. Und an einem Wochenende wurde der Bestand dann ziemlich dezimiert.

Vorgänge, die heute natürlich unmöglich sind. Gegenüber einem Beschuss der Vögel stellt die Naturschutzbehörde nämlich fest: Die Saatkrähe zählt als europäische Vogelart zu den besonders geschützten Tierarten. Ein Abschuss verstößt gegen europäisches Recht!

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