Finanzstaatssekretär Pschierer will Zutrittsalter absenken
Mindelheim Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer bekommt Gegenwind aus den eigenen Reihen. Seit sich der Mindelheimer CSU-Politiker vorige Woche im Bayerischen Fernsehen dafür ausgesprochen hat, das Eintrittsalter für die neun Bayerischen Spielbanken von 21 auf 18 Jahre zu senken, muss er sich Kritik gefallen lassen. Das Finanzministerium steht unter Druck, weil die Kasinos im Vorjahr ein Defizit von sechs Millionen Euro erwirtschaftet haben.
Kritik gibt es vor allem von jenen aus der CSU, die sich um den Jugendschutz sorgen. Das kann Pschierer durchaus nachvollziehen. Ihm gehe es mit seiner Äußerung vor allem darum, wie er im Gespräch mit der MZ betonte, Waffengleichheit zwischen privaten Kasino-Betreibern und staatlichen herzustellen.
Diese sei keineswegs gegeben. Ein 18-Jähriger könne beispielsweise in der Allgäuer Straße in Mindelheim an Geldspielautomaten nahezu rund um die Uhr spielen, ihm sei aber der Zutritt zu einer staatlichen Spielbank verwehrt. „Wir dürfen keine Werbung machen, die Privaten schon.“
Pschierer will nicht akzeptieren, dass es in jeder bayerischen Kleinstadt private Spielhallen gibt. Es könne durchaus sein, dass es für die staatlichen Spielbanken bei einem Eintrittsalter von 21 Jahren bleibt. Aber dann müsse es gelingen, die Geschäfte der Privaten einzudämmen.
„Ich will Bewegung in der Debatte.“ Die neun bayerischen Spielbanken hatten nach vielen Jahren satter Einnahmen im vergangenen Jahr ein Gesamtminus von sechs Millionen Euro erwirtschaftet. Im Landtag werde er nun deswegen von SPD und Grünen vorgeführt, sagte der Staatssekretär. Sperrzeiten und Werbung müssten als Gesamtpaket neu bewertet werden. Auf Dauer wolle er die Ungleichbehandlung zwischen staatlichen Kasinos und privaten Betreibern nicht hinnehmen.
Für eine Absenkung des Zutrittsalters wäre kein Landtagsbeschluss notwendig. Das könne die Lotterieverwaltung allein festlegen, so der Staatssekretär. In anderen Bundesländern gelte schon länger eine Altersgrenze von 18 Jahren, ebenso im Nachbarland Österreich. (jsto)
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: