Mindelheim Der Fußball-Bezirksoberligist TSV Mindelheim muss sich nach einem neuen Trainer umsehen. Dirk Hoffmann, der den TSV seit 2006 betreut und von der Kreis- in die Bezirksoberliga geführt hat, wird den Verein am Saisonende verlassen. Von Axel Schmidt

Die Entscheidung, die der 38-jährige Diplom-Sportlehrer gestern Abend seiner Mannschaft mitgeteilt hat, machte er sich nicht leicht. Er werde den Verein mit einer Träne im Auge verlassen. "Die Zeit in Mindelheim war meine Allerschönste im ganzen Trainerleben", sagt Hoffmann.
Der sportliche Erfolg mit dem Durchmarsch von der Kreisliga in die höchste schwäbische Spielklasse gibt ihm recht, das Image des TSV Mindelheim wurde kräftig aufpoliert. Und die Zusammenarbeit mit den vielen jungen Spielern nahm durchaus freundschaftliche Züge an. Letzteres war nun jedoch der Hauptgrund für Hoffmanns Entscheidung. "Ein Trainer sollte immer eine gewisse Distanz zu seinen Spielern halten", sagt er.
Genau das ist in Mindelheim, nach allem, was man in den vergangenen dreieinhalb Jahren gemeinsam erreicht hat, so nicht mehr ganz möglich. "Mit Spielern, die schon zu Kreisligazeiten da waren, habe ich mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis." Da fällt es zunehmend schwer, auch einmal unangenehme Personalentscheidungen zu treffen. Deswegen reifte in Hoffmann der Entschluss, den Verein zu verlassen. Zwar gibt er zu, sich schon länger mit diesen Gedanken getragen zu haben. "Solche Überlegungen hat man, wenn der Erfolg fehlt." Etwa nach dem schwachen Start in die aktuelle BOL-Saison. Mitko Pertemov, stellvertretender Abteilungsleiter der Mindelheimer Fußballer, gibt zu, dass im Herbst intern durchaus über die Zukunft des Trainers diskutiert wurde. Doch der Verein hat Hoffmann die Kehrtwende zugetraut - und damit recht behalten. Vom Klassenerhalt ist Pertemov jedenfalls felsenfest überzeugt. "Das ist in diesem Jahr noch höher einzuschätzen, weil wir vor der Saison einige Abgänge zu verkraften hatten", sagt er.
Seiner Meinung nach hat Hoffmann in seiner Zeit beim TSV das Maximale aus den vorhandenen Möglichkeiten herausgeholt. "Er hat aus der Not eine Tugend gemacht und aus jungen Fußballern gestandene BOL-Spieler gemacht", sagt Pertemov und adelt Hoffmann auf seine Weise: "Auch wenn der TSV schon in der Landesliga gespielt hat, waren die letzten dreieinhalb Jahre die Erfolgreichsten." Zwei Meisterschaften, der souveräne Klassenerhalt in der Bezirksoberliga und das alles mit größtenteils jungen Spielern aus und um Mindelheim - Hoffmann hat einen gewichtigen Anteil an der Umsetzung der neuen Vereinsphilosophie des TSV Mindelheim. Diese nun in Zukunft fortzuführen, wird zum Anforderungsprofil des neuen Trainers gehören. "Wir brauchen einen Trainer, der mit jungen Spielern arbeiten kann und will", sagt Pertemov.
Und Hoffmann? Der will zunächst eine erfolgreiche Rückrunde spielen. Was danach kommt, lässt er offen. Er will wieder einen Verein trainieren, allerdings sollte es mindestens ein ambitionierter Bezirksligist sein. "Ich könnte mir auch eine Co-Trainerstelle bei einem Landes- oder Bayernligisten vorstellen", sagt der scheidende Coach.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: