Freitag, 26. August 2016

29. September 2014 00:04 Uhr

Samstagabendkonzert

Zwei Solisten mit großer Musizierlust

Pianist Bertrand Chamayou und Cellistin Sol Gabetta rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin Von Bernhard Ledermann

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Bertrand Chamayou war am Flügel ein würdiger Vertreter der verletzten Hélène Grimaud. Sol Gabetta überzeugte nicht minder, wenngleich mit einer ganz anderen Bühnenpräsenz.
Foto: Bernhard Ledermann

Dort, wo am Vortag noch ein ganzes Orchester seinen Platz fand, stand am Samstagabend nur der Steinway-D-Flügel des Bad Wörishofer Kurhauses. Außer dem in rosa-weiß gehaltenem Blumenschmuck war die Bühne leer. Sie zu füllen war die Aufgabe der beiden Solisten beim zweiten Konzert des diesjährigen „Festivals der Nationen“: Sol Gabetta und Bertrand Chamayou, am Cello und am Klavier. Beide überzeugten. Doch die Bühnenpräsenz konnte unterschiedlicher kaum sein.

Sol Gabetta spielte leidenschaftlich, manchmal deutlich sichtbar unter Einsatz des ganzen Körpers, aber auch immer wieder verträumt-intim, mit geschlossenen Augen, sensibel und nach innen gekehrt. Bertrand Chamayou wirkte zunächst konzentriert und introvertiert. Doch was herauskam, war wunderbare Musik. Seine Präsenz bestand in der Kunst des Rücksichtsvollen, des beinahe Fürsorglichen – seiner Kollegin, aber auch der Kunst gegenüber.

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Das Ergebnis, die Interpretation der Fantasiestücke, opus 73, von Robert Schumann, der Sonate für Cello und Klavier, opus 102, Nummer 1, der Sonate für Cello in g-moll (opus 65) von Frédèric Chopin und das Grand duo concertant, ebenfalls von Chopin, berührte das Kneippstädter Festivalpublikum. Dabei bewahrheitete sich wieder einmal, dass dem Cello eine besondere Nähe zur menschlichen Stimme nachgesagt wird. Sol Gabetta verstand es, nicht nur über ihre Präsenz, sondern auch über die auf ihrem Cello gespielten Töne, zu ihrem Publikum zu sprechen: Es ist eine eindringliche, manchmal sehr betont und gut artikulierte Sprechweise. Häufig spricht sie aber auch in leisen Tönen, langsam, unaufgeregt, wärmend. Chamayou fällt ihr dabei nicht ins Wort. Vielmehr unterstützt er das Gesagte – vielleicht eher erklärend und erläuternd, als plakativ eindringlich. Beide Sprechweisen ergänzten sich hervorragend und ermöglichten den großen Musikern eine breite Palette an musikalischen Ausdrucksweisen: extreme Piani zum Beispiel erzeugten gleich mehrmals höchste Spannung und Konzentration, auch im Publikum. Sol Gabetta und Bertrand Chamayou kosteten die Musik und ihre unterschiedlichsten Schattierungen von Takt zu Takt mehr aus. Besonders der oftmals verspielte, Überraschungen hervorrufende Charakter der ins Programm aufgenommenen Werke schien Gabetta zunehmend mehr zu gefallen. Überhaupt hatte man den Eindruck Sol Gabetta und Chamayou treten mit großer Musizierlust und Freude an der Musik und dem eigenen musikalischen Vermögen auf. Dass sie dabei selbst den Duktus feinster und filigranster Motive herausragend übereinstimmend gestalteten, zeigte ihre musikalische Erfahrung und Größe. Mit Berechtigung spendete das Publikum im wieder einmal bis auf den letzten Platz besetzten Kursaal lang anhaltenden Applaus. Die Künstler revanchierten sich mit zwei charakterlich sehr unterschiedlichen Zugaben: erst spielten sie den dritten Satz (Andante) der Cello-Sonate von Rachmaninov, wobei die langen, bewegungsarmen Linien wunderschön schwebend erklangen. Dann folgten zum Abschluss Variationen über Volkslieder des großen belgischen Cellisten aus dem 19. Jahrhundert, aber eher unbekannten Komponisten, Adrien-François Servais. Damit endete das Konzert heiter und volkstümlich beschwingt. Das Publikum spendete Standing Ovations für einen großen Konzertgenuss.

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