Neu-Ulm Wie im Film muss sich das Leben von elf Bewohnerinnen des Albertinums derzeit anfühlen. Im Juli erschien ihr Kalender "Albertinum-Girls", in dem die Seniorinnen in kokett-witzigen Posen Modell standen. Die Idee für die außergewöhnliche Aktion lieferte der Kinofilm "Kalendergirls", in dem Seniorinnen nackt für einen Kalender posieren. Und wie im Film hat der "Albertinum-Girls"-Kalender das Leben der Bewohnerinnen des Neu-Ulmer Seniorenzentrums auf den Kopf gestellt. Von Angela Effenberger


Der Kalender kam so gut an, dass die rüstigen Rentnerinnen jetzt sogar ein eigenes Lied aufgenommen haben, so Georg Hieber, der die Seniorinnen vor die Linse geholt hat. "Mir ham viel Spaß g'habt" lautet der Titel des Popsongs. Bei der Eröffnung der Fotoausstellung mit den Originalfotografien, am Freitag, 5. Dezember, wird das Lied vorgestellt. Der Inhalt: Es geht um die Erfahrungen, die die "Girls" in den letzten Monaten gemacht haben. Und da gibt es viel zu berichten, denn der Kalender war bei Jung und Alt ein Renner.
"Das hat von uns keiner so erwartet", sagt Seniorenbetreuer Hieber. 50 Stück des Kalenders wurden zunächst gedruckt. Doch diese Exemplare waren bereits beim Sommerfest am 11. Juli, als der Kalender vorgestellt wurde, vergriffen. 500 Stück wurden nachgedruckt - und auch davon sind bereits 400 schon wieder verkauft worden. Deutschlandweit sorgten die Albertinum-Girls für Aufsehen. Zeitungen, Magazine, Radio- und Fernsehsender wollten Interviews. Sogar in Österreich wurde über das Shooting, das eigentlich als "besonderer Gag zum zehnjährigen Jubiläum des Albertinums" gedacht war, berichtet. Seitdem gebe es sogar Bestellungen aus der Alpenrepublik, so der Seniorenbetreuer.
Die elf Damen im Alter zwischen 69 und 92 Jahren genießen den Rummel, der um ihre Kalenderaufnahmen veranstaltet wird. "Wir sind stolz, dass wir in unseren Jahrgängen noch so hervorgehoben werden", sagt Ruth Hermann. Geschimpft habe niemand über die Fotos, berichten die Modells. Ganz im Gegenteil. Bei allen kam der Kalender gut an. "Das Schöne ist, dass viele Menschen Mut bekommen haben. Der Kalender zeigt, dass es auch Leute gibt, die im Alter noch Spaß haben können", sagt Mathias Abel, Geschäftsführer des Caritasverbands für die Region Günzburg und Neu-Ulm. Deshalb komme der Kalender gerade bei der jüngeren Generation so gut an.
Am Sonntag, 30. November, werden die Albertinum-Girls ihre erste Autogrammstunde geben. Im Dietrich-Theater in Neu-Ulm wird der Film "Kalender-Girls", der die Grundidee lieferte, gezeigt. Anschließend stehen die Modells den Autogramm-Jägern zur Verfügung. Am Freitag, 5. Dezember wird in der Stadtbücherei Neu-Ulm die Fotoausstellung mit den Original-Fotografien des "Albertinum-Girls"-Kalenders eröffnet.
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