Ulm Studenten, Mitarbeiter und Besucher können ein Lied davon singen: Jeden Tag gibt es am Oberen Eselsberg ein Gerangel um die (kostenlosen) Parkplätze. In zwei Jahren wird sich das Problem noch verschärfen. Denn wenn die neue Chirurgie fertig ist, werden 1500 Stellen auf den Eselsberg verlagert. Der Bau einer Tiefgarage wurde aus Kostengründen gestrichen (wir berichteten). Derzeit arbeitet das Universitätsklinikum Ulm an Alternativen, um die drohende Parkplatznot zu verhindern. Von Michael Ruddigkeit

Im Bereich des Verwaltungsgebäudes an der Albert-Einstein-Allee, entlang der Straße und dort, wo heute noch Baucontainer stehen, sollen neue Parkplätze geschaffen werden. "Wir kommen damit auf rund 200 zusätzliche Plätze", erläuterte Jörg Portius, Pressesprecher des Universitätsklinikums Ulm. "Das sind fast so viele, wie in der Tiefgarage zur Verfügung gestanden hätten."
Außerdem sollen Anreize geschaffen werden, damit die Parkplätze an der Uni West stärker genutzt werden als bislang. Derzeit dürfen bereits Studenten der Uni Ulm kostenlos die Busse nutzen, um von dort zu den etwa 700 Meter entfernten Lehrgebäuden zu gelangen. "Diesem Modell will sich das Uniklinikum anschließen", sagte Portius. "Wir wollen das für unsere Mitarbeiter realisieren." Dazu liefen momentan Verhandlungen mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU).
Doch nicht nur das Klinikum, auch die Uni schafft zusätzliche Parkplätze. "Die Universität Ulm befindet sich derzeit in Gesprächen mit der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg über eine Erweiterung und Ordnung der Parksituation in Form eines weiteren Parkhauses auf dem Oberen Eselsberg" - das antwortet das Innenministerium auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Martin Rivoir (SPD). Ein Silberstreif am Horizont für gestresste Autofahrer. Weniger erfreulich: Es kann sein, dass im Zuge der Neugestaltung auch die bislang kostenlosen Parkplätze bewirtschaftet werden, die Autofahrer also künftig überall zahlen müssen. Sobald ein Konzept für die Parkraumbewirtschaftung vorliege, werde über eine einheitliche Gebührenregelung entschieden, teilte das Innenministerium mit.
Warten auf die neue Straßenbahnlinie
Bislang sind die ebenerdigen Stellplätze der Uni kostenlos. Die Kosten für das Parkhaus betragen 60 Euro pro Semester. Besucher des Universitätsklinikums zahlen einen Euro pro Stunde, Mitarbeiter und Studenten einen Euro pro Tag. Zusätzliche Entlastung für Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Studenten soll die Straßenbahn bringen. Laut Innenministerium liegen für eine Trasse von Ludwigsfeld bis zur Wissenschaftsstadt erste Entwürfe der technischen Planung vor. Derzeit erarbeitet ein Planungsbüro die Grundlagen für den Nachweis des gesamtwirtschaftlichen Nutzens der Maßnahmen. Das ist nötig, damit der Bau gefördert werden kann. Die Gesamtkosten werden momentan mit 116 Millionen Euro beziffert. Der Förderhöchstsatz von Bund und Land beträgt 80 Prozent. Ziel ist es, die neue Straßenbahnlinie bis 2016 fertigzustellen.
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