Am Rande eines Neonazi-Aufmarschs in Ulm ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, es gab Verletzte.



Am Rande eines Neonazi-Aufmarschs in Ulm ist es am Freitag zu Zusammenstößen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen.
Bei den Krawallen sind nach Angaben der Polizei rund 50 Menschen verletzt worden, darunter 29 Polizisten. Die meisten Verletzten seien von geworfenen Flaschen oder Steinen getroffen worden und hätten Platzwunden erlitten, teilte die Polizei mit. Auch mehrere Einsatzwagen seien beschädigt worden. Auf zehn Gewalttäter komme eine Anzeige wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung zu.
Linke Autonome hatten am Freitagnachmittag einen genehmigten Aufmarsch von mehr als 1000 NPD-Anhängern angegriffen. Kurz vor 15.30 Uhr hätten die Einsatzkräfte mit Wasserwerfern den Bahnhofsvorplatz räumen müssen, um ein mögliches Aufeinandertreffen von rechten und linken Demonstranten zu verhindern. «Die Lage war sehr aufgeheizt», sagte ein Polizeisprecher.
Die Gewalt sei nach ersten Erkenntnissen ausschließlich von militanten Linken ausgegangen, so der Sprecher, die meisten NPD-Gegner hätten friedlich demonstriert. «Mir sind keine Straftaten bekannt, die aus dem rechten Spektrum kamen.»
Es gab mindestens 22 Festnahmen. Durch einen Steinwurf wurde auch ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur dpa verletzt. Der Aufmarsch war von der NPD-Nachwuchsorganisation «Junge Nationaldemokraten» organisiert worden. Ein Gericht hatte das Verbot der Stadt gekippt. Anschließend zogen Anhänger der rechtsextremen Partei auf die gegenüberliegende Donau-Seite nach Neu-Ulm.
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