Samstag, 16. Dezember 2017

03. Dezember 2017 07:00 Uhr

Ulm

Bald ist die Manege frei

Der Ulmer Weihnachtscircus feiert nun sein zehntes Gastspiel in der Au. Wildtiere sind nach dem städtischen Verbot nicht dabei. Warum sich das auch ändern könnte.

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Seit einer Dekade gibt es das Spektakel alle Jahre wieder in der Friedrichsau: den „Ulmer Weihnachtscircus“. Und ausgerechnet die erste Spielzeit ohne Wildtiere im vergangenen Winter sei eine der erfolgreichsten der Geschichte gewesen, wie Programmdirektor Matthias Bergstaedt bei der Vorstellung der Jubiläumsausgabe berichtete.

Gestern wurde im dem Zeltaufbau begonnen, auch wenn es (Haus-) Tiere, Menschen und Sensationen erst von Donnerstag, 21. Dezember, bis Sonntag, 7. Januar gibt. Zur letztgenannten Kategorie gehört nach Auffassung Bergstaedts insbesondere die Show der kolumbianischen „Flying Gerlings“ rund um ihren „weltbekannten“ dreifachen Salto-Mortale am Flugtrapez.

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Es seien derartige, spektakuläre Nummern, welche die Besucher eine Abwesenheit von Nashorn, Elefant und Co. verschmerzen ließen. „Viele, viele Zuschauer wollen aber weiterhin Wildtiere im Zirkus sehen“, sagt Bergstaedt. Zu erkennen sei das am berühmten Circus Krone, der regelmäßig mit 4000 Besuchern ausverkauft sei. Kann ein Zirkus seine Tiere artgerecht halten? Darüber wird derzeit heftig gestritten.

Der berühmte Raubtier-Dompteur Martin Lacey kündige bereits Klagen gegen Kommunen an. Grundsätzlich kann ein generelles Wildtier-Verbot nur die Bundesregierung verhängen. Doch das ist bisher nicht erfolgt. Ulm, Stuttgart und weitere Städte haben deshalb eigene Verbote beschlossen. Und teilweise auch wieder aufgehoben, wie etwa die Stadt Chemnitz. Der Stadtratsbeschluss war nach Ansicht der Landesdirektion rechtswidrig. Als Begründung wurde etwa aufgeführt, dass die Berufsfreiheit der Tiertrainer eingeschränkt werde. In Ulm hat das Wildtierverbot Bestand. „Noch“, wie der (Weihnachts-) Zirkusdirektor Veno „Mendes“ Böhm betont. Wobei das Spektakel der staden Zeit in Ulm ganz gut ohne Wildtiere klar kommen. Mehr Artistik würde zudem ein neues Publikum erschließen.

Auch wenn keine Elefanten oder Nashörner in der Au mehr frieren müssen: Das städtische Wildtierverbot hält dennoch Aktivisten in Ulm nicht davon ab, weiter die Plakate des Zirkus zu beschädigen: „Abgesagt wegen Tierquälerei“ steht auf Stickern, die Unbekannte auf etliche Werbeträger klebten. Bergstaedt kann nur den Kopf schütteln und rätseln, ob das Wildtierverbot an den Tierrechtsaktivisten vorbei gegangen ist oder ob die verbliebenen Zirkus-Tiere gemeint sind. Denn Direktor Böhm tritt etwa als „Pferdeflüsterer“ mit sechs Araberhengsten auf. Auch eine „imposante Kamel-Karawane“ mit Lama-Verstärkung ist Teil der Aufführung. Doch weil beide Arten in ihrer Heimat als Haustiere gelten, sind sie nicht vom Wildtierverbot betroffen.

Ohne Tiere kommt ein Großteil der auftretenden Artisten aus. Einer der Höhepunkte aus Sicht von Böhm und Bergstaedt werde der Illusionist Israel Santos sein. Der Spanier lässt auf rätselhafte Art und Weise Menschen verschwinden und wieder erscheinen, als wäre es das einfachste der Welt. Gewaltige Türme aus Zweibeinern und langen Stangen baut die Lukas Truppe mit ihrer „Perche-Akrobatik“. Insgesamt treten 15 Künstlergruppen auf. Untermalt vom Ukrainischen Staatsorchester. Denn Live-Musik ist für Conférencier Bergstaedt eine „Herzensangelegenheit“. So wie eigentlich die ganze Zirkuswelt.

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