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11. März 2010 20:10 Uhr

Bayern machen Mut im Krisenländle

Neu-Ulm Mitten in der Krise lieferte EvoBus zuletzt gute Zahlen. Die Stimmung ist also gut beim Neu-Ulmer Busbauer. Davon überzeugte sich gestern auch Jörg Hofmann, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg und Mitglied des Daimler-Aufsichtsrats, bei einem Besuch in Neu-Ulm.

Die zum Daimler-Konzern gehörende EvoBus ist ein Sonderfall: Obwohl auf der bayerischen Seite der Donau gelegen, gehört das Unternehmen zum IG-Metall-Bezirk Baden-Württemberg - ein Relikt aus der Ulmer Vergangenheit des Kässbohrer-Nachfolgeunternehmens, das in der Region Ulm noch dazu eine besondere Stellung hat. Von 38 000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in der Region arbeiten 3800 allein bei EvoBus.

EvoBus blickt laut Betriebsratschef Erwin Behringer einem "normalen Busjahr" entgegen, auch wenn das Stadtbusgeschäft, das in den vergangenen Jahren Hauptmotor des Erfolgs war, zuletzt etwas bremste. Dafür habe die Nachfrage nach Reisebussen sich günstig entwickelt. EvoBus ist eine Ausnahme: volle Auslastung, keine Kurzarbeit - ganz anders als beim anderen Nutzfahrzeughersteller der Region, Iveco, wo laut Hofmann die Aufträge um 50 Prozent eingebrochen sind. Auch andere Unternehmen sind von der Krise gezeichnet, den Arbeitsmarkt hat sie aber noch nicht erfasst. "Wir haben hier eine hohe Stabilität der Arbeitsplätze", freute sich Hofmann. Das sei auch ein Beweis für die Wirksamkeit von Instrumenten wie der Kurzarbeit. Nicht umsonst stünden diese auch im Mittelpunkt des aktuellen Tarifabschlusses, der die Jobsicherung in den Vordergrund stellt.

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"Ein guter Abschluss", fand auch Sebastiano Testa, Leiter des Vertrauenskörpers der Gewerkschaft bei EvoBus, trotz geringer Lohnerhöhung (320 Euro Einmalzahlung 2010, 2,7 Prozent mehr 2011). "Jeder von uns hat einen Nachbarn, der bei Iveco oder einem anderen Betrieb arbeitet", so Testa solidarisch. Bei EvoBus weiß man, dass auf dem Omnibusmarkt Krisen meistens später durchschlagen als in anderen Branchen. Durch den Tarifabschluss kann laut Hofmann immerhin niemand mehr behaupten, er habe nicht die Instrumente, um Beschäftigung zu sichern. (mgo)

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