Verflixt, jetzt beginnt es wieder tröpfeln. Warum haben die nicht, wie angekündigt, um 22.30 Uhr angefangen. Doch die Festivalmacher warteten mit ihrem musikalischen Feuerwerk noch, bis das Publikum vom Bregovic-Open Air auf dem Ulmer Marktplatz zur Donau geeilt war. Von Roland Mayer
Kurz vor 23 Uhr startet das Klang- und Lichtspektakel zu Mussorgski "Bilder einer Ausstellung". Der letzte Satz des Welt-Zyklus - "Das große Tor von Kiew" - ist mit seinem bildlichen Inhalt eines Stadttores mit Glockenturm wie geschaffen für die Ulmer Altstadt-Kulisse mit ihrem historischen Metzgerturm.
Jetzt regnet es richtig. Doch die drei roten Start-Lichter schwimmen ungetrübt donauabwärts, die farbenprächtigen Sprühregen von den Booten auf der Donau spiegeln sich im Fluss. Dann kreiseln die Feuerräder, die Raketen steigen knatternd und glitzernd in die Lüfte und machen für lange Sekunden die Nacht zum Tag. Das majestätische Promenadenthema mit seinem Schreit-Charakter gibt den Pyrotechnikern von Edgar Rohr den Takt der Abschussfrequenzen auf den Booten vor.
Das musikalische Feuerwerk am Samstagabend, dem vorletzten Tag des Internationalen Donaufestes Ulm und Neu-Ulm, das sich Tausende von Menschen an beiden Uferböschungen nicht entgehen lassen, ist einfühlsam am Puls der Musik inszeniert und wird von den vielen Menschen staunend und begeistert aufgenommen.
Nach knapp zehn Minuten ist das durch Lautsprecher gut beschallte, eindrucksvolle Spektakel vorbei: großer Applaus für die schönen Bilder zwischen Himmel und Erde, Fluss- und Stadtlandschaft, die noch ein paar Minuten brauchen, um den gewaltigen Dampf abzulassen.
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