Ein Film mit eindringlicher Botschaft im Clarentinerkolleg
Weißenhorn Bilder von Winterlandschaften, weiten Tälern mit meterhohen Schneedecken auf den Bäumen und Felsen – die Landschaften im Hochschwarzwald sind atemberaubend. Zu sehen sind sie im Film „Der Sommer im Winter“ von den Filmemachern Karl-Heinz Heilig und Ulla Haschen, die ihr Werk im Weißenhorner Clarentinerkolleg vorstellten.
Der Winter geht zu Ende und der Schnee schmilzt – plötzlich ist es Frühling. Abwechselnd sind akustische Gitarre, Vogelgezwitscher oder ein Wasserfall zu hören. Im Zeitraffer wechseln die Jahreszeiten, die immer wiederkehren und doch immer anders sind.
Die Zuschauer sind gerade noch in einer melancholischen Stimmung, als plötzlich eine alte Frau die Komposition der wechselnden Landschaftsbilder durchbricht. Ihr Name ist Gertrud Zapf und sie ist eine der vier Hauptdarstellerinnen des Films.
Vier Gärtnerinnen erzählen in dem Streifen von Heilig und Haschen von ihrem Leben, ihrem Garten und der Möglichkeit, glücklich zu sein, indem man einfach nur das tut, was man möchte.
Maria Schuler, Rosemarie Schmidt und Berta Feser, die drei weiteren Gärtnerinnen, die sich bis zur Premiere des Films nicht kannten, zeigen ihre beneidenswerte Lebensart und eine tiefe Verbundenheit mit der Natur.
Die alten Damen erzählen von ihrer Vergangenheit, als sie damals in der Landwirtschaft hart arbeiten mussten und so auch das Gärtnern lernten.
Menschen und ihre Philosophie stehen im Mittelpunkt
Durch die ruhige Kameraführung wird der Zuschauer nicht unnötig abgelenkt, sondern zum nachdenken angeregt. Denn Filmemacher Karl Heinz Heilig geht es nicht nur um die wunderschönen Landschaften im Schwarzwald, sondern um die Menschen und ihre Philosophie zu leben, wie er berichtete. Kein Drehbuch und keine gewöhnliche Dramaturgie. Berta Feser erzählt in ihrem Interview beispielsweise, dass sie damals als Kind im Sommer keine Schuhe hatte und zusammen mit ihren Geschwistern barfuß in die Kirche ging. Nur in der kalten Jahreszeit gab es Schuhe. Die harte Arbeit in der Landwirtschaft ohne Fahrzeuge, nur mit Pferdegespann, bestimmte den Alltag. Wenn die Frau spricht, spürt der Zuschauer ihre Zufriedenheit mit ihrer Umwelt.
Filmemacher arbeiteten fünf Jahre an ihrem Werk
Über vier Jahre haben die Filmemacher an dem Werk gearbeitet und im fünften Jahr das viele Material gesichtet und zusammengeschnitten. Das Ergebnis ist eine faszinierende Bilderreise durch den Hochschwarzwald, die mit einer klaren Botschaft aufwartet: Vieles, was in unserer schnelllebigen Welt wichtig erscheint, ist in Wahrheit bedeutungslos. Bei den Zuschauern im Clarentinerkolleg hinterließ der Film einen tiefen Eindruck. (dsto)
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