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28. Dezember 2009 19:35 Uhr

Böse Überraschung nach Krippenfeier

Thalfingen Schrecksekunde für Bürgermeister Johann Eisenkolb und eine Handvoll weiterer Gläubiger: Als sich am Heiligabend nach der Kinderkrippenfeier die alte Pfarrkirche St. Laurentius bereits fast geleert hatte, löste sich ein Stuckteil von der Decke des barocken Gotteshauses und fiel zu Boden - direkt vor dem Altarraum, just an der Stelle, vor ein paar Minuten zuvor noch der Kinderchor Weihnachtslieder gesungen hatte. Von Marcus Golling

"Es war kein großes Teil, aber was ist, wenn es jemandem auf den Kopf fällt?", fragt Eisenkolb. Gleich nach dem Stuck-Unfall habe er die restlichen Besucher gebeten, die Kirche zu verlassen, falls der Stuckregen weitergehen sollte. Für Pfarrer Heribert Lidl, der nicht dabei war, war es ebenfalls eine böse Überraschung. "Das war bisher noch nie der Fall", sagt der katholische Priester, der aber keinen Hehl daraus macht, dass die Kirche teilweise renovierungsbedürftig sei. "Wir wussten, dass an der Decke etwas gemacht werden muss", berichtet Lidl. Aber an der Stelle, wo sich der Stuck gelöst habe, gebe es keine erkennbaren Risse - anders als über dem linken Seitenaltar, direkt am Turm, wo sich eine tiefe Furche von der Decke aus nach unten zieht.

Diese Schäden sind bekannt. Laut Lidl seien bereits die Glocken ausgetauscht worden, weil ihre Schwingungen die Substanz von Turm und Kirchenschiff gefährdeten. Bereits 2005 nahm ein Gutachter der Diözese das Gotteshaus unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Der Dachstuhl weise konstruktive Mängel auf, eine unmittelbare Gefährdung bestehe nicht, mittelfristig sei aber eine Sanierung notwendig. Im November dieses Jahres fand dazu eine erste Begehung statt.

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Lidl hat einen eigenen Schuldigen für den Stuck-Zwischenfall ausgemacht: den Atem der Besucher in der Kirche, die bei der Krippenfeier brechend voll, aber eiskalt war. Durch die so entstandene hohe Luftfeuchtigkeit habe sich das nur angeklebte Stuckteil gelöst.

Bei einer Begehung mit einem Vertreter der Diözese soll nun geklärt werden, ob die Kirche weiterhin ein sicherer Ort für Besucher ist und ob die Sanierungsarbeiten vorgezogen werden müssen. Nach der Anfrage durch die NUZ veranlasste die Diözese gestern Nachmittag, dass die Kirche bis auf Weiteres geschlossen bleibt.

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