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20. Februar 2011 17:00 Uhr

Narrengericht

Brunnenverunreinigern den Prozess gemacht

Täter zu empfindlichen Freibierstrafen verurteilt

Die Angeklagten im Brunnenverunreinigungsprozess wurden zu empfindlichen Freibierstrafen verurteilt.
Foto: Barth

Wallenhausen Unterhalten von der Wallenhauser Kapelle, den „Sweet Generations“, närrischen Richtern und Königsmachern feierten die Wallenhauser am Samstag das erste Mal auf dem neu gestalteten Dorfplatz Fasching unter dem Narrenbaum.

„Verunreinigung des neuen Dorfbrunnens mit Bierkäpselchen – und das, als der neue Brunnen noch nicht einmal eingeweiht war“: Die gegen sechs Wallenhauser Untertanen erhobenen Vorwürfe vor dem Königlich-Bayerischen Amtsgericht wogen in der Tat schwer. Froh waren die Angeklagten freilich, dass diese tatsächlich begangenen Taten lediglich vor dem Faschingsgericht verhandelt wurden.

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Vor der versammelten Dorfgemeinschaft wurde den „Angeklagten“ – dem Maurer Johann Harder, dem Gewerkschaftsfunktionär Fritz Beck, dem Spritztruppvorsitzenden Karl Heinz Beck, dem Kurzschluss- und Funkenträtzer Alois Glogger, dem Vereinsheimklempner Werner Beck und dem Magistratsrat Franz-Josef Niebling – der kurze Prozess gemacht. Nach der Vernehmung von Zeugin Elfriede Häußler, Einsprüchen des Publikums und dem Schlichterspruch von Ökonomierat Alfons Harder wurden die Täter zu je drei Maß Freibier und wöchentlicher Inspektion des Dorfplatzes verurteilt – natürlich nicht, ohne so manche Peinlichkeit der Angeklagten zu dem Vorfall auszubreiten. So kam es ans Licht, dass der Brunnen noch in der Tatnacht aus Reue gereinigt wurde und, um Glück zu haben, mit Münzen bestochen wurde. Doch diese waren am nächsten Morgen verschwunden und sollen anscheinend an den Magistratsrat Niebling für eine Gebäudesanierung überreicht worden sein.

Doch nicht nur Gericht wurde abgehalten, auch ein neuer Herrscher wurde den Wallenhausern präsentiert. Feierlich wurde Stefan Greski von der Narrengemeinde zum Kartoffelkönig erhoben. In Feierlaune hatte dieser offensichtlich in der Wallenhauser Gaststätte vier halbe Hähnchen mit Kartoffeln bestellt, die ihm auch geliefert wurden. Schön angerichtet von seiner Gemahlin mussten seine hungrigen Gäste zu Hause dann aber feststellen, dass rohe Kartoffeln geliefert wurden, was ihm schlussendlich zu seinem Regententitel verholfen hat.

Erstmals stellten die Wallenhauser Narren in diesem Jahr auch einen Narrenbaum. „Statt des Funkenfeuers, das es nicht mehr geben wird“, erklärten die Narren. (reba)

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