Wird der Weißenhorner Schillerpark zum „Parc Villecresnes“?



Weißenhorn In der Fuggerstadt könnte ein Dichterfürst im Zeichen der Freundschaft entmachtet werden: Der Partnerschaftsverein will den Schillerpark zwischen Ulmer Straße und Bahnhofstraße in „Parc Villecresnes“ umbenennen. Seit Sommer 2010 unterhält Weißenhorn eine Partnerschaft mit dem Ort südlich von Paris. Zu Ehren der neuen Freunde soll im Schillerpark auch eine bestehende Bahn für das Boule-Spiel, eine französische Kugelsportart, restauriert werden. Sobald das geschehen ist, will der Verein regelmäßige Spiele abhalten. Stadtrat Josef Zintl (SPD) hatte dazu im Gremium einen Antrag eingereicht. Seine Ratskollegen wollten jedoch noch keine Entscheidung fällen – und erteilten den Weißenhorner Bürgern das Wort.
Ein Rückblick: In der Fuggerstadt wurden Ende des 19. Jahrhunderts zwei Grünanlagen angelegt und nach berühmten deutschen Dichtern benannt. Friedrich von Schiller wurde zum Namensgeber für den größeren Park, ein 8300 Quadratmeter großes Areal. Kollege Goethe wurde Pate für den kleineren Park. Im vergangenen Jahr unterzeichneten Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt und sein Amtskollege aus Villecresnes, Daniel Wappler, einen Partnerschaftsvertrag. Diese Freundschaft soll in der Fuggerstadt künftig zu sehen sein, etwa am umgetauften Schillerpark.
Die Stadträte beurteilten diese Idee unterschiedlich. Rat Michael Schrodi (CSU) empfahl, lieber einen Park als eine Straße nach Villecresnes zu benennen: „Das kann kaum jemand buchstabieren oder aussprechen.“ Werner Weiss (WÜW) hielt die Idee eines neuen Namens „grundsätzlich für richtig“. Zuvor sollten die Bürger gefragt werden.
Schillerpark oder „Parc Villecresnes“ – die Räte entschieden, die Weißenhorner nach ihrer Meinung zu fragen. Die Fuggerstädter sollen demnächst über den Stadtanzeiger vor die Wahl gestellt werden. (caj)
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