Sieben Monate nach dem Mord an einem Busfahrer in Ulm hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Verdächtige erhoben.

Dem 34-Jährigen und seiner Freundin (30) wird heimtückischer Mord vorgeworfen. Die beiden sollen am Abend des 12. Juli vorigen Jahres den 55-jährigen Busfahrer Gerhard Stiller unter einem Vorwand in eine abgelegene Ulmer Gartenanlage gelockt und dort mit zwei gezielten Schüssen aus nächster Nähe von hinten erschossen haben. Da anzunehmen sei, dass Stiller mit keinem tödlichen Angriff gerechnet hatte und arglos war, geht die Staatsanwaltschaft von Heimtücke aus.
Das Motiv für die Bluttat liegt bislang im Dunkeln. Die Ermittler schließen Eifersucht oder Rache nicht aus.
Die 30-Jährige soll ein Verhältnis mit Stiller gehabt haben. Die Frau und ihr Freund bestreiten, etwas mit dem Mord zu tun zu haben und belasten sich gegenseitig. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist die Beweislast aber erdrückend. Seit ihrer vorläufigen Festnahme Anfang September sitzen die beiden in Untersuchungshaft.
Soko "Garten" befragte über 600 Personen
Gerhard Stiller war am 13. Juli tot in seinem Auto aufgefunden worden. Die Polizei richtete die Sonderkommission "Garten" ein, bei der zeitweise bis zu 55 Beamte an der Aufklärung des Falles arbeiteten. Sie überprüften mehr als 200 Spuren und befragten mehr als 600 Personen, darunter Stillers Kollegen bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU).
Schließlich geriet das Pärchen ins Visier der Ermittler. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellte die Polizei bei dem 34-Jährigen Türken eine Pistole mit teilweise gefülltem Magazin sicher. Die Handschellen klickten. Gegen den Mann und seine Freundin wurde Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen.
Das Opfer der Bluttat, Gerhard Stiller, hat bei den Stadtwerken mehr als 20 Jahre lang als Bus- und Straßenbahnfahrer gearbeitet. Der unbescholtene Mann wohnte allein in einer Wohnung am Eselsberg.
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