Montag, 11. Dezember 2017

25. Juli 2014 12:01 Uhr

Ulm

Das Alles-Inklusive-Radio

Schüler mit und ohne Behinderung gründen eine Radioredaktion. Premiere ist heute.

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Der Titel „All Inclusive“ verrät bereits, worum es bei der Sendung geht: um Inklusion. Jugendliche mit Behinderung und Schüler aus anderen Schulen, die Spaß am Radio haben, haben gemeinsam eine Radioredaktion gegründet. Einmal im Monat strahlt Radio-Free-FM ihre einstündige Sendung aus. Die erste startet heute um 16 Uhr. Die Themen der Beiträge sind unterschiedlich. Zentral wird jedoch Berichterstattung über Inklusion sein – von Betroffenen selbst. Bei ihrer ersten Sendungen haben die Jugendlichen sich gegenseitig interviewt und ihre Schulen verglichen.

„An der Bodelschwingh-Schule gibt es einen Billard-Tisch und bei mir am Kepler-Gymnasium nicht“, das hat sich Sofie von den Interviews gemerkt. Ihr macht es Spaß, Neues herauszufinden. Auch Max hatte bei den Interviews am meisten Spaß. Dafür opfert der Zwölfjährige von der Bodelschwingh-Schule seine Freizeit gerne. Er und seine Radiokollegen haben mehrere Wochen an der Sendung gearbeitet. Auch Felix will weiterhin dabei bleiben. Er kann nur sehr langsam sprechen. Seine Aufgaben spielen sich nicht direkt vor dem Mikro ab.

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Der 16-Jährige arbeitet im Hintergrund, organisiert, sucht die Musik aus, oder gestaltet die Werbe-Flyer. Dank ihm können dann die Moderatoren „On Air“ gehen. Würden sie es nicht verraten, würde den Zuhörern nicht einmal auffallen, dass körperlich Behinderte ins Mikro sprechen. Darum geht es laut Andreas Nothwang von Radio Free FM bei dem Projekt: „On Air“ spiele es keine Rolle, ob man behindert sei, oder nicht. Was aus den Lautsprechern der Höher komme, sei eine professionell aufgenommene Sendung. Nothwang und sein Team haben die Radio-Neulinge geschult – so wie sie es bei allen machen, die zum ersten Mal eine Sendung aufnehmen.

Das übliche Programm besteht aus Vorträgen zum Thema Recht im Radio, oder zum Beispiel Tipps zur richtigen Musikauswahl. An einer Pinnwand haben sie gemeinsam eine sogenannte Sendeuhr gestaltet. Ein Kreis zeigt die volle Stunde an, in Kuchenstücken sind die einzelnen Sendeteile, wie zum Beispiel Moderation oder Musik aufgeteilt. Dann kommt die praktische Arbeit. Beim ersten Versuch seien viele noch nervös gewesen, erzählt Nothwang. Aber sobald sie routinierter sind, werde es auch Live-Passagen geben. So hat es sich Karola gewünscht. Sie findet Live-Sendungen im Radio besser und ist zuversichtlich, dass ihr Team das auch schaffen wird. Ziel des Projektes ist, dass die Redakteure eigenständig arbeiten, bei Pressekonferenzen und am Schnittplatz. Jeder bringt seine individuellen Fähigkeiten mit ein. Udo zum Beispiel. Er arbeitet in der Schreinerei der Donau-Iller-Werkstätten in Jungingen, aber seine eigentliche Leidenschaft gilt der Musik. Er hilft beim Aussuchen, möchte aber noch mehr machen. „Ich möchte ein richtiger Allrounder werden.“

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