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28. Juli 2010 20:30 Uhr

Der Kampf gegen den Genmais

Attenhofen Der Ärger um den Genmais nimmt kein Ende: Im Juni hat Landwirt Anton Glogger-Hönle aus Attenhofen erfahren, dass von ihm verwendetes Saatgut Spuren gentechnisch veränderter Organismen enthält. Umpflügen und Vernichten lautete daraufhin die Anordnung des Freistaats Bayern. Dies befolgte Glogger-Hönle. Doch damit ist es scheinbar nicht getan. Von Stephanie Schuster

Landwirt Anton Glogger-Hönle aus Attenhofen kämpft gegen den Genmais. Manch widerspenstige Pflanze muss er mit der Hand ausreißen. Foto: privat
Foto: privat

"Das große Problem ist, dass es kaum einem Landwirt geglückt ist, den Mais auf einmal kaputt zu machen", erzählt er. Die Pflanzen seien sehr zäh, bei der geringsten Chance, ans Licht zu kommen, wachsen sie wieder. Glogger-Hönle und seine Kollegen müssen die Maispflanzen deshalb mit der Hand ausreißen - und ständig kontrollieren, ob sie nicht noch einmal nachwachsen. "Das bedeutet viel Ärger und viele Tage Arbeit, letzte Woche obendrein bei der großen Hitze", klagt Glogger-Hönle. Noch ärgerlicher ist das Dilemma für Landwirte, die nach dem Umackern noch einmal neuen Mais ansäten, weil sonst der Nachschub für die Biogasanlagen knapp geworden wäre. "Die müssen jetzt die alten Pflanzen zwischen den jungen entfernen." Manche hätten daher kurzerhand den jungen Mais samt des widerspenstigen Genmaises wieder umgepflügt. Kein Wunder also, dass die Bauern nun nicht nur Schadensersatz für den Ernteausfall fordern, sondern auch eine Entschädigung für die viele zusätzliche Arbeit.

Doch darauf müssen Glogger-Hönle und seine Kollegen weiter warten. Ein Treffen in Horgau (Landkreis Augsburg), zu dem der Saatgutlieferant, die Firma Pioneer aus Niedersachsen, eingeladen hatte, brachte noch keine konkreten Ergebnisse. Laut Peter Drexel, Justiziar beim Bayerischen Bauernverband in Schwaben, hat Pioneer den Landwirten eine Soforthilfe angeboten. Konkrete Summen werden aber erst genannt, wenn auch im restlichen Bundesgebiet entsprechende Infoveranstaltungen abgehalten worden sind. Und einen Haken hat die Sache auch dann noch: Pioneer will den Ausgang mehrerer bundesweit geführter Musterverfahren abwarten. Wer das Geld annimmt, läuft damit Gefahr, dass er es wieder zurückzahlen muss, falls die Prozesse zuungunsten der Landwirte ausgehen. Sollte dies der Fall sein, müssen die Landwirte selbst gegen Pioneer klagen - oder gegen den Freistaat Bayern, der den Umbruch des Maises anordnete.

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Genau das hat Anton Glogger-Hönle bereits getan. Denn mit diesem "Schnellschuss" ist er gar nicht einverstanden. Da die Briefe sowieso nicht gleichzeitig verschickt wurden, hätte man auch gleich abwarten können, bis der Mais groß genug gewesen wäre, um ihn zu häckseln und damit die Biogasanlagen zu befüllen. "Dann wäre auch nichts mehr nachgetrieben und wir hätten uns viel Arbeit sparen können." Zudem hätte sich der Verlust in Grenzen gehalten. Doch das wollte der Freistaat nicht zulassen - mit dem Argument, die Biogasanlagen hätten vielleicht gar nicht so viel Bedarf.

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