Dienstag, 21. November 2017

17. März 2017 15:00 Uhr

Konflikt

Die Deutschen und die „Lautsprecherdiplomatie“

Die Abgeordnete Ekin Deligöz zeigt sich irritiert über das Getöse zwischen der Bundesrepublik und der Türkei

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Ekin Deligöz
Foto: Alexander Kaya

Sie ist „ein bisschen ratlos“ angesichts der „Lautsprecherdiplomatie“ zwischen Deutschland und der Türkei. Das gibt die Sendener Bundestagsabgeordnete Ekin Deligoz (Bündnis90/Die Grünen) offen zu. Sowas habe sie noch nie gesehen, „und ich weiß nicht, wie wir da wieder rauskommen sollen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Das verbale Trommelfeuer zwischen Berlin und Ankara könnte ihrer Ansicht nach dauerhafte Schäden anrichten, die nicht so leicht aus der Welt zu schaffen seien. Deshalb ist ihrer Ansicht nach das Beste, was die deutsche Seite tun könne, ruhig zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen. In diesem Zusammenhang zitiert sie eine türkische Weisheit aus dem Sprüchefundus ihrer Großmutter: „Wer mit Wut aufsteigt, wird mit Schaden landen.“

Die seit Wochen anhaltende Dauerspannung im deutsch-türkischen Verhältnis spaltet die Gruppe der Migranten in Deutschland, hat die Abgeordnete beobachtet. Wer sozusagen zur „falschen Veranstaltung“ geht, könne kein Freund mehr sein und werde entsprechend behandelt. All das belaste auch das gewachsene Verhältnis zwischen Muslimen und Christen, zwischen Deutschen und Türken: „Es steht gerade alles auf dem Spiel.“ Schon jetzt haben es junge Menschen mit türkischem Namen hierzulande schwer, etwa eine Lehrstelle zu finden. Nach einer Untersuchung der Universität Konstanz müssten sie drei bis viermal so viele Bewerbungen schreiben wie junge Menschen mit deutschem Namen. Möglicherweise könnten die Vorurteile weiter wachsen.

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Ohnehin ist der Ton schärfer geworden. So berichtet sie von einer Fernseh-Talkrunde, an der sie vergangenen Sonntag teilgenommen hat. Die ersten Beschimpfungen gegen sie liefen beim Sender bereits ein, da hatte sie noch keinen Ton gesagt. Ekin Deligoz hat unter den Deutschen eine große Verunsicherung ausgemacht, wie aus den Mails an ihr Abgeordnetenbüro hervorgeht. Immer wieder melden sich Bundesbürger, die wissen wollen, ob sie jetzt immer noch unbehelligt in der Türkei Urlaub machen können. Schon jetzt wirken sich die Schimpftiraden von Staatschef Recep Tayyip Erdogans negativ auf die Buchungen aus, die laut Deligöz heuer um 70 Prozent zurückgegangen seien: „Das ist für die Türkei schmerzhaft.“

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