Landkreis (AZ) - "Die Lunte ist am brennen, die Situation ist äußerst explosiv." So bewertet der DGB-Regionsvorsitzende Werner Gloning, die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt. "Deshalb muss auch vor Ort alles getan werden, um einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern."
Warnung vor trügerischer Sicherheit
Gloning: "Auch wir von der DGB-Region verkennen nicht, dass die Arbeitslosenzahlen in der Region, Gott sei Dank, immer noch weniger schlecht sind als in vielen anderen Regionen. Dies darf aber nicht zu einer trügerischen Sicherheit führen, denn fast alle Indikatoren stehen auf Sturm."
So sei die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitsagentur Memmingen - sie umfasst die Landkreise Neu-Ulm, Günzburg, Unterallgäu und die kreisfreie Stadt Memmingen - im April gegenüber dem April des Vorjahres um über 40 Prozent angestiegen. Gleichzeitig ging die Zahl der Stellenangebote erheblich zurück. Zusätzlich bleibe die übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt völlig aus.
Gemeinsame Anstrengungen gefordert
Wenn man dann noch berücksichtige, dass die Zahl der angemeldeten Kurzarbeit die Zahl der Arbeitslosigkeit weit übersteigt, hat es für den DGB-Regionsvorsitzenden "nichts mit Verunsicherung zu tun, wenn man schlimme Befürchtungen hegt". Gloning: "Alle in der Region Verantwortlichen werden sich deshalb sehr anstrengen müssen, um diese drohende schlimme Entwicklung zu verhindern.
"Unternehmen müssen mehr qualifizieren"
Bedauerlich ist für Gloning, dass die Unternehmen in der Region die Kurzarbeit bisher viel zu wenig nutzen, um Beschäftigte zu qualifizieren. Dies müsse sich ändern, ansonsten entbehrt künftig das "Gejammer über Fachkräftemangel" jeder Grundlage.
Bestätigt sieht sich der DGB auch in seiner Kritik an der enormen Ausweitung der Leiharbeit während des Konjunkturaufschwungs. Die Zeitarbeitsfirmen in der Region, nehmen - von Ausnahmen abgesehen - die neu geschaffene Möglichkeit, zur Sicherung von Arbeitsplätzen Kurzarbeit einzuführen, kaum in Anspruch. Dies zeige, wie "leer das Geschwafel von Brücken in den ersten Arbeitsmarkt bauen" und "neuen Chancen eröffnen" meistens gewesen sei.
Massive Kritik an Zeitarbeitsfirmen
Die konkrete Entwicklung in der Region zeigt laut DGB, dass "es bei Leiharbeit vor allem darum geht, Menschen für Arbeit, die sowieso da ist, möglichst schlecht zu bezahlen und in etwas schwierigeren Situationen sofort wieder auf die Straße zu setzen". Dies wieder zu ändern muss für Gloning auch eine Lehre aus der Krise werden.
Ein erfreulicher Lichtblick am regionalen Arbeitsmarkt sei bisher noch, dass das Ausbildungsplatzangebot noch stabil bleibt. Dies zeige, dass sich wenigstens ein Teil der Unternehmen ihrer Verantwortung bewusst sei.
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