Neu-Ulm Der kleinen Emilia geht es prächtig. Zwei Monate, nachdem der von seiner Mutter ausgesetzte Säugling in eiskalter Nacht am Hintereingang der Donauklinik in Neu-Ulm aufgefunden worden ist, entwickelt sich das Baby in der Obhut seiner Pflegeeltern nach Auskunft von Jugendamtschef Tillmann Lassernig "hervorragend". Noch nicht entschieden ist, ob das inzwischen neun Wochen alte Kind bei den Pflegeeltern bleiben darf oder ob die Mutter ihr Kind wieder zurückhaben will. "Sie hat noch Zeit, sich in einer so wichtigen Frage zu entscheiden", sagte Lassernig. Von Roland Ströbele
Die 18-jährige Mutter, die ihr Kind ohne fremde Hilfe auf die Welt gebracht und vier Tage nach der Geburt nachts an der Donauklinik abgelegt hatte, besucht derzeit noch eine Berufsaufbauschule und will dort in den nächsten Wochen ihren Abschluss machen.
Wie es dann weiter geht, ist noch unklar. Die junge Frau will entweder eine weiterführende Schule besuchen oder eine Berufsausbildung machen.
Noch hat sie sich nicht entschieden, ob sie ihr Kind zurückhaben will oder ob es zur Adoption freigegeben wird. "Wir setzen sie nicht unter Zeitdruck, sie soll sich frei entscheiden", sagte Jugendamtschef Tillmann Lassernig. Das Amt hat der jungen Frau eine Betreuerin zur Seite gestellt, mit der sie mehrmals in der Woche treffen und wichtige Fragen besprechen kann.
Vater des Säuglings ist den Behörden nach wie vor unbekannt
Nach wie vor unbekannt ist der leibliche Vater der kleinen Emilia. Die Mutter des Kindes kann oder will den Namen nicht preisgeben.
Für das Neu-Ulmer Jugendamt ist dies eine Tatsache, die das weitere Verfahren nur erleichtern kann. Lassernig: "Wäre der Vater des Kindes bekannt, würde dies das Adoptionsverfahren eventuell nur erschweren, weil der Mann natürlich ein Mitspracherecht hätte, wenn es um die Zukunft des Kindes geht".
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: