Biberachzell, Ober- und Unterreichenbach sowie Asch erhalten Glasfaserkabel. Aber nicht alle Bürger können das flotte Netz von Beginn an nutzen. Von Jens Carsten



Von Jens Carsten
Auch wenn Fotos und Filme bisher noch durch alte Kupferkabel schleichen – ab Sommer sollen die Bürger in Biberachzell, Ober- und Unterreichenbach und Asch so schnell im Internet unterwegs sein, wie kein anderer Weißenhorner: Die Münchner Firma M-net wird in den vier Ortsteilen demnächst Glasfaserkabel verlegen, dann sollen Daten mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde flitzen. In einer Bürgerversammlung in Biberachzell erläuterte Andreas Vetter, ein Mitarbeiter des Netzbetreibers, im voll besetzten Saal des Gasthauses „Kreuz“ die Strategie des Ausbaus.
Ein „Härtefall“ hat das schnelle Internet in die vier Ortsteile gebracht: Bernhard Rembold, EDV-Chef im Weißenhorner Rathaus, hat im sogenannten Breitbandportal – einer staatlichen Börse für Kunden und Anbieter von Internetausbauten – für Biberachzell, Ober- und Unterreichenbachs und Asch „erhöhten Bedarf“ angemeldet: „Die Bürger dort sind so gut wie gar nicht versorgt.“ Auch Handwerksbetriebe fordern laut einer Umfrage der Stadtverwaltung schnellere Verbindungen.
Deshalb hat die Regierung von Schwaben Zuschüsse über 100000 Euro bewilligt. Die Firma M-net hat sich um den Ausbau beworben und den Zuschlag erhalten – auch wenn sich die Bauarbeiten wirtschaftlich zunächst nicht lohnen. Nach Angaben vom Rembold klafft eine sogenannte „Wirtschaftslücke“ in Höhe von 270000 Euro. Abzüglich des Schecks von der Regierung sollen 170000 Euro aus der Stadtkasse fließen. Rembold: „Wir sind glücklich mit dieser Lösung.“ Andere Firmen hätten Internet per Funk mit Geschwindigkeiten von einem bis zwei Megabit pro Sekunde angeboten: „Das ist nicht mehr zeitgemäß.“
Der Münchner Netzbetreiber will Glasfaserkabel in die Orte hinein legen. Ein Großteil der Bürger werde danach mit bis zu 50 Megabit surfen können, warb Vetter.
Das flotte Netz soll zwar im Juni in Betrieb gehen – aber viele Bürger werden es noch nicht nutzen können: Mehrere Verträge mit einem großen anderen Anbieter liefen noch, so Vetter. „Da kommen Sie auch nicht raus“, schilderte Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt eigene Erfahrungen. Aus seiner Sicht die einzige Lösung: Ein zweiter Anschluss und doppelt bezahlen.
Ein Bürger fragte, ob Faxgeräte fehlerfrei angeschlossen werden könnten. Vetter räumte Probleme ein – Techniker könnten Anschlüsse aber schnell justieren. Im April will M-net eine Veranstaltung abhalten, in der es um Angebote gehen soll.
Wie berichtet soll demnächst auch Bubenhausen mit schnellem Internet versorgt werden. Eine Firma will das Netz im Ort gemeinsam mit einem in Gannertshofen aufbauen. Nach Angaben von Bürgermeister Fendt sind heuer im Haushaltsplan der Fuggerstadt 500000 Euro für Bauarbeiten rund ums Internet vorgesehen. Insgesamt soll der Ausbau in allen Ortsteilen circa eine Million Euro kosten. Fendt: „Schnelles Internet ist in Zukunft so wichtig wie Wasser und Strom.“
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